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KomNet-Wissensdatenbank

Dürfen Schwangere bei chirurgischen Eingriffen assistieren?

KomNet Dialog 1721

Stand: 11.03.2013

Kategorie: Besondere Zielgruppen > Werdende und stillende Mütter > Beschäftigungsverbote und -beschränkungen

Dialog
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Frage:

Dürfen schwangere Chirurginnen assistieren bei kleineren chirurgischen Eingriffen -- wobei vorausgesetzt wird, dass keine Narkosegase, Strahlen und Infektionen oder längeres Stehen an eine Stelle vorkommen?

Antwort:

Die Tätigkeit in der Chirurgie ist durch zahlreiche Gefahrenquellen charakterisiert wie: ionisierende Strahlen (mobile Röntgengeräte), chemische Gefahrstoffe (bestimmte Narkosegase, Desinfektionsmittel, Zytostatika...), psychische Belastungen beim Auftreten von Komplikationen, bei der Reanimation etc. Eine erhöhte Infektionsgefährdung ist durch operative Eingriffe gegeben.

Hinzu kommt noch, dass nach Ablauf des fünften Schwangerschaftsmonats Schwangere täglich nicht länger als vier Stunden ununterbrochen stehen dürfen. Von daher erscheint es sehr fraglich, ob Schwangere in der Chirurgie an ihrem Arbeitsplatz verbleiben können. Im Einzelfall ist dies von der Gefährdungsbeurteilung und den festgelegten Schutzmaßnahmen abhängig.

Es muss zumindest sichergestellt sein, dass
1. Arbeiten mit infiziertem Material nicht anfallen,
2. mit ausreichendem Schutzmaßnahmen gegen Infektionsgefahren gearbeitet wird und
3. die Einwirkung von Gefahrstoffen ausgeschlossen ist.

Auch kann durch eine sinnvolle Arbeitsplatzgestaltung wie z.B. die Bereitstellung von Sitzgelegenheiten (z.B. Stehstuhl) der Verbleib von Schwangeren ermöglicht werden. Schwangere sollen Gebrauch von den Sitzgelegenheiten machen können, ohne den Operationsablauf zu stören. Eine Beschäftigung in der chirurgischen Ambulanz, z. B. beim Anlegen und Entfernen von Gipsverbänden und Schienen oder Tapen ist nur bei Tragen von persönlicher Schutzausrüstung und mit konsequenter Anwendung von technischen Hilfsmittel (höhenangepasste Betten, Untersuchungstische, Lifter) möglich.

Erlaubt sind allgemeine Büro- und Verwaltungstätigkeiten, Medikamenten- und Hilfsmitteldepot-Verwaltung, voroperative Beratung und Betreuung von nicht infektiösen Patienten, Messung von Vitalfunktionen etc.

Auf das Merkblatt "Werdende Mütter im Krankenhaus" weisen wir hin.