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Was beeinhaltet Mutterschutz im Klinikbereich?

KomNet Dialog 1178

Stand: 25.02.2013

Kategorie: Besondere Zielgruppen > Werdende und stillende Mütter > Gefährdungen für werdende / stillende Mütter

Dialog
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Frage:

Was beeinhaltet Mutterschutz im Klinikbereich? Darf ich allein arbeiten?

Antwort:

Nach § 2 des Mutterschutzgesetzes (MuSchG) und § 1 der Mutterschutzverordnung (MuSchArbV) ist der Arbeitgeber verpflichtet nach der Bekanntgabe einer Schwangerschaft unverzüglich eine Gefährdungsbeurteilung zu erstellen. Um einen sicheren und schwangerschaftsgerechten Arbeitsplatz errichten zu können, sollte man die Gefährdungen personen- und tätigkeitsbezogen ermitteln und effektive Schutzmaßnahmen ergreifen.

Im §4 Abs. 1 und Abs. 2 des Mutterschutzgesetzes sind die generellen Beschäftigungsverbote konkretisiert, wie z.B. Heben und Tragen von Lasten. Neben Heben und Tragen von Lasten (mehr als 5 kg regelmäßig oder 10 kg gelegentlich per Hand) können schwangere oder stillende Krankenschwestern auch durch Infektionen, durch chemische Gefahrstoffe (wie z.B. Narkosegase) oder durch ionisierende Strahlen (Röntgenstrahlen) gefährdet werden.

Bei der Infektionsgefährdung ist zusätzlich zu der Gefährdungsbeurteilung (Kinder als Patienten?) der aktuelle Immunstatus der Schwangeren zu überprüfen. Falls die Schwangere einen nachgewiesenen Titer gegen Röteln, Ringelröteln, Zytomegalie, Windpocken, Pertussis, Masern und Hepatitis hat, darf sie mit Kindern arbeiten. Eine ausreichende Immunität schützt vor Infektionen. Liegt der Immunisierungsnachweis nicht vor, ist  bis zur Klärung des Immunstatus eine sofortige Umsetzung in einen geeigneten Tätigkeitsbereich erforderlich.

Anbei einige konkrete Beschäftigungsverbote als Beispiel. Dabei ist zu berücksichtigen, dass die Beschäftigungsverbote immer im Zusammenhang mit den aktuellen Gefährdungssituationen auszusprechen sind.

1. Die werdende Mutter darf nicht in Räumen beschäftigt werden oder sich dort aufhalten, wenn Halothan in der Raumluft vorhanden ist.
2. Sie darf nur in solchen Räumen beschäftigt werden oder sich aufhalten, wo die Grenzwerteinhaltung für Narkosegase gemäß TRGS 402 bzw. TRGS 403 meßtechnisch sichergestellt ist.
3. Durchführung aller Tätigkeiten mit Notfallcharakter sind untersagt.
4. Bei Tätigkeiten, die mit ständigem Gehen oder Stehen einhergehen, ist eine Sitzgelegenheit bereitzustellen.
5. Beim Einsatz mobiler Röntgengeräte z.B. im Gipsraum oder auf der Intensivstation, muß die werdende Mutter während des Röntgenvorgangs den Raum verlassen.

Der Nachweis, dass der Arbeitgeber einen sicheren Arbeitsplatz geschaffen hat, ist nach § 5 des Mutterschutzgesetzes zu dokumentieren. Weiterhin ist der Arbeitgeber nach der Bekanntgabe einer Schwangerschaft verpflichtet, über diese Schwangerschaft das zuständige Arbeitsschutzschutzbehörde(in NRW die Bezirksregierungen) zu informieren. Hierbei sind nicht nur die Generalien anzugeben, sondern auch die Art der Tätigkeit und die Arbeitszeiten.

Weitere nützliche Informationen sind in den Faltblättern "Beschäftigungsverbote für Schwangere", „Mutterschutz in Krankenhäusern“ und "Mutterschutz bei Infektionsgefährung" zu finden. Diese Faltblätter können kostenlos im Internet bestellt oder heruntergeladen werden.

Es wird ferner empfohlen, bei der Gestaltung gesundheitsgerechter Arbeitsbedingungen für werdende Mütter die zuständige Sicherheitsfachkraft und/oder Arbeitsmedizinerin einzubeziehen