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KomNet-Wissensdatenbank

Darf während der Schwangerschaft an einem Flughafen im Schichtdienst gearbeitet werden?

KomNet Dialog 16232

Stand: 16.05.2012

Kategorie: Besondere Zielgruppen > Werdende und stillende Mütter > Beschäftigungsverbote und -beschränkungen

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Frage:

Ich arbeite am Flughafen im Schichtdienst (früh/spät) zwischen 05:30 und 22:00 Uhr, immer in einem festen Schema (früh, spät , frei...): 7 bzw. 8 Tage arbeiten und dann 4 bzw. 2 Tage frei. Ich würde gerne auch während der Schwangerschaft so weiter arbeiten, wenn alles normal verläuft. Gründe dafür sind natürlich die Bezahlung (Wochenende, Feiertag und ein paar Nachtstunden) und der feste Schicht-Rhythmus, da mein Mann die selben Schichten fährt. Ist das grundsätzlich möglich?

Antwort:

Nach § 8 Abs. 1 Mutterschutzgesetz - MuschG ist die Beschäftigung werdender Mütter vor 06:00 Uhr und nach 20:00 Uhr unzulässig. Außerdem ist Mehrarbeit (über 8,5 Stunden täglich) verboten (§ 8 Abs. 2 MuSchG).
Die Arbeit an Sonn- und Feiertagen ist im Verkehrswesen erlaubt (§ 8 Abs. 4 MuSchG), wenn der werdenden Mutter einmal in der Woche eine ununterbrochene Ruhezeit von mindestens 24 Stunden im Anschluss an eine Nachtruhe gewährt wird.
Anmerkung: Zum Verkehrswesen zählen Betriebe, deren Zweck die Beförderung von Personen, Gütern oder Nachrichten für andere ist, sowie deren Neben- oder Hilfsbetriebe wie Schlaf- und Speisewagenbetriebe (siehe auch http://www.luwg.rlp.de/Aufgaben/Sicherheit-und-Gesundheitsschutz-am-Arbeitsplatz/Sozialer-Arbeitsschutz/Mutterschutz/Arbeitszeitregelungen-in-der-Schwangerschaft/ ).

Eine Ausnahme vom Verbot der Nachtarbeit ist möglich. Der Antrag ist vom Arbeitgeber zu stellen. Beizufügen sind eine jederzeit widerrufbar Einverständniserklärung der werdenden Mutter und eine Unbedenklichkeitserkärung eines Arztes. Die Ausnahmebewilligung ist gebührenpflichtig.

Wenn die nach § 8 MuschG bestehenden Beschäftigungsverbote greifen und die werdende Mutter auf einen Tagesarbeitsplatz versetzt wird, muss der Durchschnitt der letzten drei Monate vor Eintritt der Schwangerschaft inklusive aller Nacht, Sonn-, Feiertagszulagen oder sonstiger Zulagen gezahlt werden (§ 11 MuschG, siehe auch www.arbeitsschutz.nrw.de/Themenfelder/mutterschutz/beschaeftigungsverbote/index.php -> Lohnfortzahlung und Lohnkostenerstattung bei Beschäftigungsverbot).

Weitere Informationen zum Mutterschutz bietet die Arbeitsschutzverwaltung NRW unter www.arbeitsschutz.nrw.de/Themenfelder/mutterschutz/index.php an.