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KomNet-Wissensdatenbank

Gibt es Grenzwerte für die Entfernung von Sendepunkten zu Arbeitsplätzen im W-LAN-Netz?

KomNet Dialog 15576

Stand: 16.02.2012

Kategorie: Physikalische Belastungen und Beanspruchungen > Nichtionisierende Strahlung > elektromagnetische Strahlung / Felder

Dialog
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Frage:

In einem Gebäudekomplex soll eine Anlage für drahtlose Verbindungen in das Internet eingerichtet werden. Hierzu besteht die Überlegung, wenige Netzpunkte mit großer Sendeleistung einzurichten. Es stellt sich nun die Frage, ob es nicht besser und weniger belastend für die dort Beschäftgiten ist, viele einzelne Netzpunkte mit geringer Sendeleistung zu installieren. Gibt es Grenzwerte für die Entfernung von Sendepunkten zu Arbeitsplätzen (z. B. in Abhängigkeit von der Sendeleistung)?

Antwort:

Das Bundesamt für Strahlenschutz (www.bfs.de) hat in einer Broschüre folgende Informationen bereitgestellt:

"Bluetooth, Wireless Local Area Networks und Ultrawideband (UWB) sind Anwendungen hochfrequenter elektromagnetischer Strahlung, mit deren Hilfe verschiedene Geräte zur Telekommunikation und Datenverarbeitung kabellos und mobil miteinander verbunden werden.

Bluetooth und WLAN
Der Nahbereichs-Funk Bluetooth zielt vorrangig auf die Kopplung von Peripheriegeräten im Bürobereich ab (z.B. PC, Notebook, Lap- und Palmtop, Organizer, Drucker, Scanner). Der verwendete Frequenzbereich liegt zwischen 2400 und 2480 MHz. Bluetooth verfügt über drei Leistungsklassen: 1 mW für Anwendungen im Nahbereich bis ca. 10 m, 2,5 mW im Bereich des Büroarbeitsplatzes bis ca. 30 - 50 m, sowie 100 mW für Entfernungen bis ca. 100 m. Der Schwerpunkt der Anwendungen von Bluetooth liegt auf den beiden niedrigeren Leistungsklassen.

Zur Überbrückung größerer Entfernungen und insbesondere auch für die Bildung weiträumiger PC-Netzwerke über Funk kommt WLAN zur Anwendung. Über Einsteckkarten für PCs können die Geräte direkt miteinander kommunizieren. Über zentrale Zugangspunkte (Access Points, Hot Spots) sind Verbindungen mit dem Festnetz möglich. Mobile Arbeitsplätze in Firmen können damit an das hauseigene Datennetz angebunden werden, Studenten und Mitarbeiter von Universitäten werden mit Hilfe von WLAN vernetzt und Hotels, Flughäfen oder andere Einrichtungen bieten mittlerweile drahtlose Zugänge ins Internet an. In Deutschland sind zwei Frequenzbereiche freigegeben, knapp über 2,4 GHz und bei 5 GHz. Die maximal zulässige Strahlungsleistung der Geräte (Access Points) ist abhängig vom Frequenzbereich. Sie beträgt im Frequenzbereich um 2400 MHz 100 mW, im Frequenzbereich von 5150 - 5350 MHz bei einer Nutzung ausschließlich innerhalb geschlossener Räume 200 mW und im Frequenzbereich zwischen 5470 und 5725 MHz bei einer Nutzung sowohl innerhalb als auch außerhalb geschlossener Räume 1000 mW.

Aufgrund der geringen Sendeleistungen sowohl bei Bluetooth als auch bei WLAN findet die 26. BImSchV für diese Funksendeanlagen keine Anwendung. Nach den Ergebnissen entsprechender Untersuchungen im Rahmen des Deutschen Mobilfunk Forschungsprogramms werden die international empfohlenen Referenzwerte für diesen Frequenzbereich von WLAN- und Bluetooth-Anlagen eingehalten, bzw. in der Regel deutlich unterschritten (siehe Vorhaben „Bestimmung der Exposition bei Verwendung kabelloser Übermittlungsverfahren im Haushalt und Büro“)"
(Quelle BfS Infoblatt 2005; http://www.bfs.de/de/elektro/hff/anwendungen/Bluetooth_WLAN_UWB.html)
Weitere Informationen zum Thema Bluetooth und WLAN sind im Infoblatt Juli 2005 zu finden.

Aus medizinischer Sicht stellen die derzeitigen Grenzwerte den Gesundheitsschutz sicher. D. h., es ist nicht mit negativen Gesundheitlichen folgen zu rechnen. Die tatsächlichen Belastungen liegen in der Regel sogar deutlich unterhalb der zulässigen Werte. Trotzdem gibt es immer wieder Klagen über Gesundheitsstörungen. Entsprechende Forschungsvorhaben haben bislang nicht zu einem Nachweis negativer Auswirkungen geführt. Auch auf europäischer Ebene wird die Situation in gleicher Weise beurteilt.

Damit sollte bei der Planung und Einrichtung von W-LAN-Netzen auf die Einhaltung der genannten Grenzwerte geachtet werden. Aus rein medizinischen Vorsorgegründen lässt sich nach dem derzeitigen Wissensstand keine Begründung für eine Bevorzugung einer der genannten Varianten ableiten.