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Kann der beim Fräsen von Hartmetall-Rohlingen aus Kobalt und Wolframkarbid entstehende Staub über die Haut aufgenommen werden?

KomNet Dialog 15324

Stand: 13.01.2012

Kategorie: Chemische Belastungen und Beanspruchungen > Gefährdungen > Gefährdungen durch bestimmte Stoffe / Zubereitungen

Dialog
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Frage:

Beim Fräsen von Hartmetall-Rohlingen aus Kobalt und Wolframkarbid entsteht trotz vorhandener und laufender Absaugung feiner Staub. Kann dieser beim Anfassen der Werkstücke über die Haut aufgenommen werden? Welche Handschuhe sollten getragen werden? Ist bei laufender Absaugung eine relevante Aufnahme über die Atemwege zu erwarten?

Antwort:

Zuerst sollte der Arbeitgeber im Rahmen der Substitution prüfen, ob die Werkstücke in gleicher Qualität auch ohne Cobalt als Binder hergestellt werden können. Cobalt steht im Verdacht, Krebs erzeugen zu können.
Sowohl bei Cobalt- als auch bei Wolframcarbidstaub ist eine Aufnahme über die Haut möglich. Als Hauptaufnahmeweg werden jedoch die Atemwege angesehen. Sollte der Unternehmer in seiner Gefährdungsbeurteilung zu dem Ergebnis kommen, dass eine Gefährdung über den Hautkontakt besteht und sollten die technischen Möglichkeiten (z.B. Leistung der Absauganlage) ausgeschöpft sein, empfiehlt die Berufsgenossenschaft der Bauwirtschaft Schutzhandschuhe aus folgenden Materialien:
- Naturlatex
- Polychloropren
- Nitril
- Butylkautschuk
- Fluorkautschuk

Beim Tragen von Schutzhandschuhen sind zusätzlich Baumwollunterziehhandschuhe empfehlenswert.
Wenn die Absaugung ausreichend dimensioniert und positioniert ist, dürfte keine relevante Aufnahme der Stäube über die Atemwege zu erwarten sein. Das kann aber nur am Arbeitsplatz direkt beurteilt werden. Zur besseren Einschätzung einer möglichen Gefahr durch Cobalt- oder Wolframcarbidstäube empfehlen wir Ihnen die Information der Unfallversicherungsträger BGI/GUV-I 790-024 "Hartmetallarbeitsplätze", die auch Messwerte beinhaltet unter www.dguv.de/ifa/de/pra/bg_bgia_empfehlungen/bgi-790-024.pdf.

Bei Grenzwertüberschreitungen empfiehlt die Berufsgenossenschaft der Bauwirtschaft das Tragen von Atemschutzmasken mit Partikelfilter P2, Kennfarbe weiß.