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KomNet-Wissensdatenbank

Welche persönliche Schutzausrüstung muss bei Sanierung von Schimmelpilzbefall getragen werden?

KomNet Dialog 5264

Stand: 10.12.2009

Kategorie: Sichere Anlagen / Sicherer Betrieb > Persönliche Schutzausrüstung (PSA) > Auswahl von PSA

Dialog
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Frage:

Welche persönliche Schutzausrüstung muss bei Sanierungsarbeiten bei Schimmelpilzbefall getragen werden (Handschuhe, Mundschutz, Schutzanzug ...)?

Antwort:

Die Schutzmaßnahmen sollten entsprechend der Handlungsanleitung zur Gefährdungsbeurteilung nach Biostoffverordnung BioStoffV, BGI 858 gewählt werden. Diese Handlungsanleitung findet Anwendung bei Tätigkeiten mit Kontakt zu biologischen Arbeitsstoffen wie z.B. Schimmelpilzen bei Instandsetzungs- oder Abbrucharbeiten.
Werden bei diesen Arbeiten zusätzlich chemische Behandlunsmittel eingesetzt, ist dies bei der Beurteilung zusätzlich mit zu berücksichtigen. Hierzu sind dann die in den Sicherheitsdatenblättern festgelegten Ratschläge und Maßnahmen zu befolgen.

Als Atemschutz ist eine Halbmaske grundsätzlich den FFP-Einwegsmasken vorzuziehen. Optimal sind gebläseunterstütze Halbmasken mit Partikelfilter TM2P. Die Filter der Maske bzw. der FFP2-Atemschutzmaske sind mindestens arbeitstäglich zu wechseln.

Die Handschuhe müssen auf die mechanische, chemische und biologische Tätigkeit abgestimmt werden. Im Allgemeinen empfiehlt sich die Verwendung von Handschuhen aus Nitril- bzw. Butylkautschuk.

Als Schutzkleidung ist partikeldichte, luftdurchlässige sog. atmungsaktive Einwegschutzkleidung der Kategorie III Typ 5 zu empfehlen. Eine Verschleppung von Stäuben über die Haare ist z.B. durch das Tragen von Kapuzen zu minimieren.

Hinweise zur weiteren Auswahl persönlicher Schutzausrüstungen finden sich in den Berufsgenossenschaftlichen Regeln:
BGR 189„Einsatz von Schutzkleidungen“
BGR 190„Benutzung von Atemschutzgeräten“
BGR 191„Benutzung von Fuß- und Beinschutz“
BGR 192„Benutzung von Augen- und Gesichtsschutz“
BGR 195„Einsatz von Schutzhandschuhen“

Sind aufgrund der Ermittlungen der Gefahren die Tätigkeiten der Gefährdungsklasse 2 zuzuordnen, müssen zusätzliche Maßnahmen, wie z.B. eine ausreichende, ggf. technische Belüftung gesorgt werden.