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Gibt es Anhaltspunkte oder sogar Nachweise dafür, dass durch Lärm erzeugte Schwingungen schädigend auf den menschlichen Körper wirken?

KomNet Dialog 15264

Stand: 04.01.2012

Kategorie: Gesunde Arbeit / Arbeitsschutz > Physikalische Belastungen und Beanspruchungen > Schwingungen

Dialog
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Frage:

Gibt es Anhaltspunkte oder sogar Nachweise dafür, dass durch Lärm erzeugte Schwingungen schädigend auf den menschlichen Körper wirken?

Antwort:

Auf der BAuA-Seite "Schäden und Beeinträchtigungen durch Lärm" ist erläutert, dass die auffälligsten Lärmwirkungen Gehörschäden (VDI 2058 Blatt 2) sind:

"(...)
-die allmählich eintretende Lärmschwerhörigkeit durch langjährige Lärmexposition als chronische, irreparable Schädigung, die als Berufskrankheit Nr. 2301 anerkannt werden kann,
-der akute Gehörschaden durch Einwirkung sehr hoher Schallimpulse. Ein Schadenseintritt ist bereits möglich bei einmaliger, kurzer Geräuscheinwirkung mit einem C-bewerteten Spitzenschalldruckpegel von mehr als etwa 140 dB.
(...)"

Daneben gibt es auch noch eine generelle durch Lärm verursachte Gesundheitsgefährdung und Erschwernis der Arbeit in allen Bereichen des Arbeitslebens. Nähere Informationen können dem o. g. Link entnommen werden.

Geräusche und Lärm sind Schwingungen der Luftmoleküle, die sich wellenförmig ausbreiten und einen bestimmten Schalldruck erzeugen. Der Schalldruck wird in Dezibel (dB) angegeben. Unter Berücksichtigung der Auswirkungen der Frequenz und Impulshaltigkeit auf das menschliche Gehör wird der sogenannte A-bewertete Schalldruckpegel in dB (A) angegeben. Diesbezügliche weiterführende Informationen bietet u. a. die BMU-Seite "Was ist Lärm?". Insofern handelt es sich bei der gehörschädigenden Wirkung des Lärms stets um durch Luftschwingungen verursachte Schalldruckpegel. Die gehörschädigende Wirkung beginnt bei etwa 85 dB (A).

Arbeitsschutzrechtlich wird dieser Sachverhalt in der Lärmvibrationsarbeitsschutzverordnung  berücksichtigt. Hierin finden sich zudem auch Grenzwerte für mechanische Schwingungen (Vibrationen); weiterführende Informationen hierzu liefert u. a. die BAuA-Seite "Vibrationen".