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KomNet-Wissensdatenbank

Dürfen dieselbetriebene Stapler in geschlossenen Hallen fahren?

KomNet Dialog 14236

Stand: 02.08.2011

Kategorie: Chemische Belastungen und Beanspruchungen > Gefährdungen > Gefährdungen durch Rauche und Motoremissionen

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Frage:

Dürfen dieselbetriebene Stapler in geschlossenen Hallen fahren? Wenn ja, unter welchen Bedingungen und welche Vorschriften gelten?

Antwort:

Dieselmotoremissionen (DME) sind krebserzeugende Gefahrstoffe. Beim Umgang mit krebserzeugenden Gefahrstoffen sind grundsätzlich Maßnahmen entsprechend der Gefahrstoffverordnung – GefstoffV zu treffen (§ 10 Gefahrstoffverordnung). Dem Minimierungsgebot (§ 7 Abs. 4 GefStoffV) entsprechend, sind die Gefährdungen der Beschäftigten durch DME so gering wie möglich zu halten.

Nach § 9 Abs. 2 der Gefahrstoffverordnung hat der Arbeitgeber dafür zu sorgen, dass die Herstellung und Verwendung des Gefahrstoffes (DME) in einem geschlossenen System stattfindet. Und weiter gilt; ist die Anwendung eines geschlossenen Systems technisch nicht möglich, so hat der Arbeitgeber dafür zu sorgen, dass die Gefährdung der Beschäftigten, insbesondere die Exposition, nach dem Stand der Technik so weit wie möglich verringert wird.

Bei der Konkretisierung der Schutzziele sind vorrangig die Technischen Regeln für Gefahrstoffe z.B. TRGS 554 "Abgase von Dieselmotoren" heranzuziehen (www.baua.de/TRGS/).

Nach Ziffer 4.1 der TRGS 554 ist "das Arbeitsverfahren so zu gestalten, dass DME nicht frei werden, soweit dies nach dem Stand der Technik möglich ist. Dies bedeutet, zu prüfen, ob die anstehenden Aufgaben und Tätigkeiten auch durch andere Antriebstechniken erfüllt werden können. Werden nach dieser Prüfung weiterhin Dieselmotoren eingesetzt, sind Maßnahmen zur Minderung der DME zu treffen. Expositionsminderungen können durch die Absaugung der DME direkt an der Entstehungsstelle und den Einsatz von Dieselpartikelfiltern (DPF) sowie ferner durch lüftungstechnische Maßnahmen erreicht werden."

"Maßnahmen zur Minderung von DME sind z.B.:
1. Verwendung schadstoffarmer Dieselmotoren,
2. Verwendung von Dieselpartikelfilter (DPF),
3. regelmäßige Wartung aller betrieblichen dieselgetriebenen Maschinen, wie z.B. Geräte, Aggregate, Fahrzeuge, Flurförderzeuge, nach dem Wartungskonzept (siehe Nummer 4.2.4),
4. Verwendung aufsteckbarer DPF für den kurzzeitigen Einsatz bei Straßenfahrzeugen,
5. Ableitung der Abgase ins Freie durch fest angeschlossene Abgasableitungen,
6. Erfassung der Abgase durch Absaugung an der Austrittsstelle aus dem Auspuff und Ableitung ins Freie,
7. lüftungstechnische Maßnahmen,
8. räumliche Trennung unterschiedlich belasteter Bereiche,
9. gezielte betriebliche Verkehrsführung sowie
10. Maßnahmen zur Emissionsbegrenzung, die für den zu beurteilenden Arbeitsbereich erfolgreich erprobt sind oder bei entsprechend übertragbaren Versuchen erfolgreich eingesetzt wurden, wie z. B. die Verwendung von Kraftstoffen, die zu einer Minderung der Abgasbelastung führen."

"Abhängig von dem Ergebnis der Gefährdungsbeurteilung sind geeignete Schadstoffminderungsmaßnahmen anzuwenden, dazu zählen z.B. Abgasnachbehandlungssysteme, Aufsteckfilter oder Abgasabsaugungen." Auf Anlage 4 Nr. 1 der TRGS 554 weisen wir hin.
Die Maßnahmen sind in der Gefährdungsbeurteilung (§ 6 Gefahrstoffverordnung) zu beschreiben.

Arbeitsschutzvorschriften sowie weitere Rechtsvorschriften können Sie unter www.arbeitsschutz.nrw.de/Service/rechtsvorschriften/index.php (--> Rechtsvorschriften Arbeitsschutz) oder www.gaa.baden-wuerttemberg.de/servlet/is/16032 aufrufen.