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KomNet-Wissensdatenbank

Wann ist eine G40 Untersuchung durchzuführen?

KomNet Dialog 13698

Stand: 19.06.2012

Kategorie: Gesundheitsschutz > Arbeitsmedizinische Vorsorge > Untersuchungspflichten

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Frage:

Was muß erfüllt sein, um eine G40 Untersuchung zu erhalten? Welche gesetzlichen Grundlagen bestehen für eine G40 Untersuchung?

Antwort:

Für arbeitsmedizinische Vorsorgeuntersuchungen gelten mit Inkrafttreten der Verordnung zur arbeitsmedizinischen Vorsorge - ArbMedVV vom 18.12.2008 die Regelungen dieser Verordnung. In der ArbMedVV sind Regelungen des staatlichen Rechts und der Unfallverhütungsvorschriften der Berufsgenossenschaften vereinheitlicht und zusammengeführt.

Die ArbMedVV sieht für bestimmte Tätigkeiten mit Gefahrstoffen Pflicht- bzw. Angebotsuntersuchungungen vor.
Demnach sind Pflichtuntersuchungen zu veranlassen, wenn der Arbeitsplatzgrenzwert nach der Gefahrstoffverordnung nicht eingehalten wird oder, soweit die genannten Gefahrstoffe hautresorptiv sind, eine Gesundheitsgefährdung durch direkten Hautkontakt besteht.
Angebotsuntersuchungen sind unter den Voraussetzungen des Absatzes 2 im Teil 1 des Anhangs zur ArbMedVV zu veranlassen.
Anlässe für nachgehende Untersuchungen sind Tätigkeiten mit Exposition gegenüber krebserzeugenden oder erbgutverändernden Stoffen und Zubereitungen der Kategorie 1 oder 2 im Sinne der Gefahrstoffverordnung.

Näheres dazu ist der ArbMedVV i.V.m. Teil 1 des Anhangs zur ArbMedVV zu entnehmen. 

Grundlage einer angemessenen arbeitsmedizinische Vorsorge ist stets die vom Arbeitgeber zu erstellende Gefährdungsbeurteilung. In die Gefährdungsbeurteilung sind die jeweils relevanten Handlungsanleitungen für die arbeitsmedizinische Vorsorge, hier die BGI/GUV-I 504-40a bis BGI 504-40h einzubeziehen http://publikationen.dguv.de/ . Diese BGI konkretisieren die Untersuchungsarten und Fristen derzeit für:

BGI 504-40a - Acrylnitril
BGI 504-40b - Polycyclische aromatische Kohlenwasserstoffe
BGI 504-40c - Beryllium
BGI 504-40d - 1,3-Butadien
BGI 504-40e - 1-Chlor-2,3-epoxypropan (Epichlorhydrin)
BGI 504-40f  - Cobalt und seine Verbindungen
BGI 504-40g - Dimethylsulfat
BGI 504-40h - Hydrazin


Hierbei ist zu beachten, dass alle berufsgenossenschaftlichen Grundsätze für arbeitsmedizinische Vorsorgeuntersuchungen einen empfehlenden Charakter haben. Sie stellen Hinweise für den beauftragten Arzt dar und entsprechen den allgemein anerkannten Regeln der Arbeitsmedizin. 

Weiteres dazu ist den Informationen unter http://www.dguv.de/de/Prävention/Besondere-Präventionsgremien/Arbeitsmedizin/Produkte/index.jsp. zu entnehmen.