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KomNet-Wissensdatenbank

Wie sind Zündgefahren durch elektrostatische Aufladung beim Spritzlackieren mittels Potenzialausgleich zu begegnen?

KomNet Dialog 13627

Stand: 15.06.2012

Kategorie: Sichere Anlagen / Sicherer Betrieb > Explosionsschutz, Anlagen in explosionsgefährdeten Bereichen > Sicherheitstechnische Anforderungen, Sicherheitseinrichtungen

Dialog
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Frage:

Zündgefahren durch elektrostatische Aufladung beim Spritzlackieren für Arbeitsverfahren mit Airless und Druckluft. Was muss bei den oben genannten Arbeitsverfahren mit einem Potentialausgleich versehen werden?

Antwort:

In dem Merkblatt T 051 (BGI/GUV-I 8613) der BG RCI  wird die Frage zur Erdung bei Spritzlackierern folgendermaßen beantwortet:
"Der Spritzlackierer muss über die Spritzpistole geerdet sein. Werden Handschuhe getragen, müssen sie einen Durchgangswiderstand < 10^8 Ohm haben.
Beim elektrostatischen Beschichten hat der Spritzlackierer darüber hinaus ableitfähiges Schuhwerk zu tragen. Der Boden muss ableitfähig sein. Die Ableitfähigkeit des Fußbodens ist dauerhaft aufrechtzuerhalten, z. B. durch regelmäßige Reinigung.
Siehe auch TRBS 2153, Abschnitt 5.5."

Die BGR 132 "Vermeidung von Zündgefahren infolge elektrostatischer Aufladungen" (http://publikationen.dguv.de/) fordert unter Abschnitt 3.6, dass alle Einrichtungen oder Gegenstände in explosionsgefährdeten Bereichen aus leitfähigem oder ableitfähigem Material zu erden bzw. mit Erdkontakt zu versehen sind. Dabei können die Komponenten einzeln geerdet werden oder untereinander verbunden und insgesamt geerdet werden.

Konkrete arbeitsschutzrechtliche Vorgaben für Lackierbereiche / Lackierkabinen erhalten Sie u.a. in der BGI 740 "Lackierräume und -einrichtungen für flüssige Beschichtungsstoffe".
Danach ist der Gebrauch von Gegenständen oder Einrichtungen aus isolierenden Materialien in explosionsgefährdeten Bereichen zu vermeiden. Können Gegenstände oder Einrichtungen aus leitfähigen oder ableitfähigen Materialien nicht eingesetzt werden, sind Maßnahmen gegen gefährliche Aufladungen zu treffen. Mögliche Maßnahmen sind z.B. leitfähige oder ableitfähige Beschichtungen, leitfähige Fäden in Textilien oder auch sicher wirkende organisatorische Maßnahmen.
Alle leitfähigen Gegenstände im Arbeitsbereich, z.B. Spritzpistolen, Werkstücke, Metallobjekte in der Nähe, sind zu erden
(siehe BGR 132, Nr. 3.3.5).

Informationen zur statischen Elektrizität, speziell für explosionsgefährdete Bereiche, finden Sie in der Technische Regel für Betriebssicherheit - TRBS 2153 "Vermeidung von Zündgefahren infolge elektrostatischer Aufladungen".