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Wie sollte ein Vorgesetzter mit Burnout-Anzeichen seines Mitarbeiters umgehen?

KomNet Dialog 13386

Stand: 31.03.2011

Kategorie: Arbeitszeit, Arbeitsbedingungen > Psychische Belastungen und Beanspruchungen > Über- und Unterforderung

Dialog
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Frage:

Ich glaube, dass ein Mitarbeiter in meiner Abteilung in letzter Zeit fast Anzeichen von Burnout zeigt. Was kann ich als Abteilungsleiter da tun?

Antwort:

Für Führungskräfte bieten sich zwei Ansatzpunkt für Gegenmaßnahmen an:

1. Arbeits- bzw. Organisationsgestaltung

Organisationen sollten die Bedürfnisse und Interessen der Beschäftigten so weit es geht berücksichtigen. Nach Litzcke & Schuh (2007) sind folgende Maßnahmen geeignet, Burnout vorzubeugen bzw. entgegenzuwirken:

- Verkürzung von Schichten
- Mehr oder längere Arbeitspausen
- Gewähren von Sonderurlaub
- Jobrotation (Arbeitswechsel)
- Teilzeitarbeit
- Rückmeldung über Leistungen
- Selbstbestimmung bei der Arbeitsausführung
- Partizipation an Entscheidungen
- Arbeitsplatzsicherheit
- Angebote von Supervision und Coaching
- Weiterbildungs- und Qualifizierungsmöglichkeiten
- Delegation von Verantwortung
- Erweiterung der individuellen Handlungsspielräume

2. Führungsverhalten

Nach Cherniss (1999, zitiert nach Litzcke & Schuh (2007)) beeinflusst der Führungsstil Burnout stärker als eine hohe Arbeitsbelastung. Führungskräfte haben Vorbildfunktion für die Organisationsphilosophie. Sie beeinflussen durch ihr Verhalten, ob Beschäftigte die Sinnhaftigkeit und den Wert ihrer Tätigkeit erleben. Hohe Anforderungen an Beschäftigte ohne konkrete und konstruktive Leistungsrückmeldung führen mit hoher Wahrscheinlichkeit zu Gefühlen des Ausbrennens. Entsprechend sollte nicht nur die quantitativen Leistungen, sondern auch qualitative Aspekte bei der Beurteilung von Arbeitsergebnissen berücksichtigt werden.

Bei der Zuweisung von Arbeitsaufträgen und dem Einsatz des Personals sollten die individuellen Leistungsvoraussetzungen der Beschäftigten, also Kenntnisse, Fertigkeiten und Fähigkeiten so weit wie möglich berücksichtigt werden.

Führungskräfte haben des Weiteren großen Einfluss auf das Betriebsklima. Die stressreduzierende Wirkung der sozialen Unterstützung durch Kollegen und Vorgesetzte ist wiederholt und in verschiedenen Arbeitszusammenhängen nachgewiesen worden. Ein vertrauensvolles und wertschätzendes Betriebsklima kann zur Prävention von Burnout beitragen. Hierzu gehören auch Möglichkeiten der formellen und informellen Kommunikation.

Literatur: Litzcke, S.M. & Schuh, H. (2007). Stress, Mobbing und Burn-Out am Arbeitsplatz. Springer: Heidelberg.