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Wie muss der Bereich hinter einer Notausgangstür gestaltet sein?

KomNet Dialog 13129

Stand: 18.06.2012

Kategorie: Gestaltung von Arbeitsplätzen > Arbeitsplatz- und Arbeitsstättenbeschaffenheit > Beschaffenheit von Fluchtwegen

Dialog
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Frage:

Eine Verkaufsstätte für Tiernahrung und andere Artikel wird im Havariefall über eine Notausgangstüre verlassen, welche direkt ins Freie führt. Gibt es eine behördliche oder gesetzliche Vorschrift, welche festlegt, wie das Gelände dann ausserhalb gestaltet werden muss? D.h. muss es einen Weg geben, welcher ausserhalb der Verkaufsstätte zu einem öffendlichen Grundstück oder zu einem anderem Grundstück führt? Wenn ja, muß dieser Weg gepflastert oder andersweitig befestigt sein? Oder ist es ausreichend, wenn man durch die Notausgangstüre ins Freie und auf ebenes Gelände (z.B. Rasen, Kies, Schotter) gelangt ?

Antwort:

Unter Ziffer 6 Abs. 5 der ASR A2.3 "Fluchtwege und Notausgänge, Flucht- und Rettungsplan"ist gefordert, dass am Ende eines Fluchtweges der Bereich im Freien bzw. der gesicherte Bereich so gestaltet und bemessen sein muss, dass sich kein Rückstau bilden kann und alle über den Fluchtweg flüchtenden Personen ohne Gefahren, wie z.B. durch Verkehrswege oder öffentliche Straßen, aufgenommen werden können.

Von dort sind die weiteren Wege auf dem Betriebsgelände entsprechend den Anforderungen der Arbeitsstättenverordnung zu gestalten.
Ihre Frage, ob es hinter der Notausgangstür einen Weg geben muss oder ob eine ebene Fläche ausreicht, lässt sich ohne Kenntnis der örtlichen Gegebenheiten nicht mit ja oder nein beantworten.
Die Details sind im Rahmen der Gefährdungsbeurteilung gemäß § 3 Arbeitsstättenverordnung vom Arbeitgeber mit Unterstützung der Fachkraft für Arbeitssicherhiet und des Betriebsarztes zu ermitteln und festzulegen.

Wenn Sie im Rahmen der Gefährdungsbeurteilung zu dem Ergebnis kommen, dass die Fläche hinter der Notausgangstür die flüchtenden Personen aufnehmen kann, ohne dass sich eine Gefahr für diese ergibt, so ist das nicht zu beanstanden. Bei der Beurteilung der Situation berücksichtigen Sie natürlich auch den Untergrund. Es gibt aber keine Vorschrift, die besagt, dass die Fläche am Ende eines Fluchtwegs nicht aus Rasen, Kies, Sand, Schotter etc. bestehen darf.

Baurechtliche Anforderungen, z.B. auf Grund der Verkaufsstättenverordnung http://www.hamburg.de/contentblob/152926/data/verkaufsstaettenverordnung-vkvo).pdf sollten im direkten Kontakt mit der zuständigen Baubehörde geklärt werden.

Im Zweifelsfall können Sie sich an Ihre zuständige Arbeitsschutzbehörde oder Berusfgenossenschaft wenden, um die Situation "vor Ort" zu klären.