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Dürfen Personenvereinzelungsanlagen in Flucht- und Rettungswege eingebaut werden und wenn ja, wie müssen sie ausgestattet sein?

KomNet Dialog 4102

Stand: 17.05.2006

Kategorie: Gestaltung von Arbeitsplätzen > Arbeitsplatz- und Arbeitsstättenbeschaffenheit > Beschaffenheit von Fluchtwegen

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Frage:

Dürfen Personenvereinzelungsanlagen in Flucht- und Rettungswege eingebaut werden und wenn ja, wie müssen sie ausgestattet sein (z.B. Not-Aus Taster)? Gelten sie als Schiebetüren im Sinne der ArbStättV und sind somit unzulässig oder gibt es Ausnahmen und ist bei der Gestaltung der Anlage dann die EltVTR anzuwenden?

Antwort:

Entsprechend den Bestimmungen der Arbeitstättenverordnung dürfen die in der Frage benannten Anlagen nur unter den nachfolgenden Bedingungen in Flucht - und Rettungswege eingebaut werden:

Voraussetzung für den Einbau von Personenvereinzelungsanlagen ist, dass die geforderte Fluchtwegbreite nicht einschränkt wird. Das heißt, dass trotz der Personenvereinzelungsanlage die notwendigen Fluchtwegbreiten gewährleistet sein müssen.

Wenn Personenvereinzelungsanlagen eingebaut werden, dann müssen diese sich von innen ohne besondere Hilfsmittel jederzeit leicht öffnen lassen (Absatz 2.3 im Anhang der Arbeitsstättenverordnung), so dass ein freier Durchgang aller auftreffenden Personen möglich wird. Soweit elektrische angetriebene Bauteile verwendet werden, ist die Richtlinie für elektrische Verriegelungssysteme von Türen in Rettungswegen (EltVTR) anzuwenden. Siehe auch: http://www.baunetz.de/infoline/tuerautomation/.

Gegebenenfalls ist noch mit der Bauaufsichtsbehörde zu prüfen, ob es sich um eine baugenehmigungspflichtige Änderung handelt, da die Rettungswege verändert werden.

Soweit sich diese Nebenbedingungen nicht einhalten lassen, besteht immer noch die Möglichkeit, die Flucht- und Rettungswege so zu führen, dass es einen alternativen Ausgang gibt, der ein Durchschreiten der Personenvereinzelungsanlage nicht erfordert. Diese Lösung wird übrigens von vielen Betreibern gewählt.

Stand: März 2006