Inhaltsbereich
Seitentitel

KomNet-Wissensdatenbank

Welcher Schutzstufe ist ein Reinigungsraum für mit biologischem Material behaftete elektronische Geräte zuzuordnen?

KomNet Dialog 13025

Stand: 18.06.2012

Kategorie: Belastungen durch Biostoffe > Schutzmaßnahmen beim Umgang mit Biostoffen > Allgemeine Schutzmaßnahmen (6.)

Dialog
Favorit

Frage:

Wir sind Hersteller und Vertreiber von elektronischen Geräte zur Untersuchung von Versuchstieren. Zur Reparatur werden diese Teile von den Kunden an uns zurückgesandt. Diese Teile sind in Tierlaboratorien der Schutzstufen 1 und 2 verwendet worden und kommen mit den Tieren in direktem Kontakt. Nach Demontage können demnach Anhaftungen von Blut, Exkrementen und Hautbestandteilen vorhanden sein, die nicht näher charakterisiert werden können. Bei den Tieren handelt es sich meistens um Ratten, Mäuse und Kaninchen, aber auch Primaten sind darunter. Zum Schutz unserer Mitarbeiter soll ein Reinigungsraum eingerichtet werden, in dem die Demontage und danach eine Desinfektion durchgeführt werden soll. Welche Schutzstufe muss ein solcher Raum haben?

Antwort:

Bei den beschriebenen Tätigkeiten handelt es sich um nicht gezielte Tätigkeiten mit biologischen Arbeitsstoffen. Die geeigneten Maßnahmen sind nach § 7 Biostoffverodnung - BiostoffV im Rahmen der Gefährdungsbeurteilung festzulegen.

Wenn in den Tierlaboratorien Arbeiten durchgeführt werden, die den Schutzstufen 1 und 2 zugeordnet werden können, sind im Reinigungsraum die entsprechenden Sicherheitsmaßnahmen der höheren Schutzstufe (2) zu treffen. Als Stand der Technik findet die technische Regel - TRBA 120 "Versuchstierhaltung" (www.baua.de/TRBA), welche auch Reinigungsarbeiten umfasst, Anwendung.

Zu berücksichten sind dabei auch, dass für den Transport vergleichbare Maßnahmen festgelegt werden müssen.

Ebenfalls im Rahmen der Gefährdungsbeurteilung hat der Arbeitgeber zu ermitteln, welche arbeitsmedizinische Vorsorgeuntersuchungen gem. Arbeitsmedizinvorsorgeverordnung - ArbMedVV (Anhang - Teil 2), z.B. bei Tätigkeiten mit dem Tollwutvirus durchgeführt bzw. angeboten werden müssen oder ob Impfungen angeboten werden müssen.