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Ist mit dem Begriff "ohne Wechsel" gemäß TRGS 401 der Wechsel von Tätigkeiten mit und ohne Handschuhen oder der Wechsel von benutzten und trockenen Handschuhen gemeint?

KomNet Dialog 12887

Stand: 31.01.2011

Kategorie: Sichere Anlagen / Sicherer Betrieb > Persönliche Schutzausrüstung (PSA) > Benutzung von PSA

Dialog
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Frage:

Frage zu Feuchtarbeit nach TRGS 401 6.4.2 Schutzhandschuhe (3) Das Tragen von fluessigkeitsdichten Handschuhen ohne Wechsel über mehr als vier Stunden pro Tag ist als belastend im Sinne von § 9 Abs. 3 Satz 2 GefStoffV anzusehen und darf nicht als staendige Massnahme zugelassen werden und darf technische und organisatorische Massnahmen nicht ersetzen. Ist mit "ohne Wechsel" der Wechsel von Tätigkeiten mit und ohne Handschuhen oder der Wechsel von benutzten und trockenen Handschuhen gemeint (vgl. Abs. (1))?

Antwort:

Nach Ziffer 6.4.2 der TRGS 401 (www.baua.de/TRGS/) dürfen Schutzhandschuhe nicht länger als erforderlich getragen werden.
"(2) Bei flüssigkeitsdichten Handschuhen ist ein geeigneter Wechsel von Tätigkeiten mit und ohne Handschuhe anzustreben, da es bei längerem Tragen flüssigkeitsdichte  Handschuhe durch Schweißbildung zu einer Schädigung der Haut kommen kann (Feuchtarbeit). Die Häufigkeit des Handschuhwechsels ist im Rahmen der Gefährdungsbeurteilung festzulegen. Empfohlen wird mindestens stündlicher Handschuhwechsel oder das Tragen von Unterziehhandschuhen aus Baumwolle. Die erforderliche Anzahl von Schutzhandschuhen sowie die Zeiten für einen Handschuhwechsel sind bei der Arbeitsorganisation zu beachten.

(3) Das Tragen von flüssigkeitsdichten Handschuhen ohne Wechselüber mehr als vier Stunden pro Tag ist als belastend im Sinne von § 9 Abs. 3 Satz 2 GefStoffV anzusehen und darf nicht als ständige Maßnahme zugelassen werden und darf technische und organisatorische Maßnahmen nicht ersetzen."

Mit dem Begriff "ohne Wechsel" ist der Wechsel von Tätigkeiten mit und ohne Handschuhe gemeint.

Hinweis: Nach der Verordnung zur arbeitsmedizinischen Vorsorge - ArbMedVV vom 18.12.2008 (http://bundesrecht.juris.de/arbmedvv/index.html) sind vom Arbeitgeber arbeitsmedizinische Vorsorgeuntersuchungen als Pflichtuntersuchungen zu veranlassen bzw. Angebotsuntersuchungen zu unterbreiten.

Pflichtuntersuchungen sind z.B. notwendig bei Feuchtarbeit von regelmäßig vier Stunden oder mehr je Tag (Teil 1 Abs. 1 Nr. 2 a Anhang ArbmedVV). Eine Feuchtarbeit von regelmäßig mehr als zwei Stunden je Tag, aber weniger als vier, bedingt eine Angebotsuntersuchung (Teil 1 Abs. 2 Nr. 2 e Anhang ArbmedVV).