Inhaltsbereich
Seitentitel

KomNet-Wissensdatenbank

Wo finde ich Vorschriften zu maximalen Lärmpegeln bei schwangeren Orchestermusikerinnen?

KomNet Dialog 12482

Stand: 13.09.2018

Kategorie: Besondere Zielgruppen > Werdende und stillende Mütter > Gefährdungen für werdende / stillende Mütter

Dialog
Favorit

Frage:

Ich bin auf der Suche nach den rechtlichen Grundlagen zu den maximalen Lärmpegel bei schwangeren Orchestermusikerinnen.

Antwort:

Die rechtlichen Grundlagen für maximale Lärmpegel für Schwangere finden sie in § 11 Abs. 3 Mutterschutzgesetz (MuSchG) in Verbindung mit der Lärm- und Vibrations-Arbeitsschutzverordnung (LärmVibrationsArbSchV).


Nach § 11 Abs.3 MuSchG darf der Arbeitgeber "eine schwangere Frau keine Tätigkeiten ausüben lassen und sie keinen Arbeitsbedingungen aussetzen, bei denen sie physikalischen Einwirkungen in einem Maß ausgesetzt ist oder sein kann, dass dies für sie oder für ihr Kind eine unverantwortbare Gefährdung darstellt." Unter diese physikalischen Einwirkungen fällt auch Lärm; die entsprechenden Schutzvorschriften finden sich in der LärmVibrationsArbSchV.


Gemäß einem Forschungsberichts von 1973 (Forschungsbericht Nr.132 der damaligen Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Unfallforschung; "Experimentelle Untersuchungen zur Frage der Lärmgrenzwerte für werdende Mütter am Arbeitsplatz") wird bei Berufsmusikerinnen wegen der Vorhersehbarkeit und der Eigenart der Schallereignisse ein Tages-Lärmexpositionspegel von 85 dB(A) akzeptiert. Ab 80 dB(A) ist Gehörschutz zur Verfügung zu stellen.


Die Möglichkeiten von Lärmminderungsmaßnahmen wie z. B. Lärmschutzblenden, größere Abstände zwischen den einzelnen Instrumenten, eine Umsetzung bestimmter Instrumentengruppen innerhalb des Orchesters sowie weitere organisatorische Maßnahmen müssen im Rahmen der Gefährdungsbeurteilung (§ 10 MuSchG) geprüft werden. Zur Klärung von Detailfragen sollten Sie sich direkt an die für Ihren Betrieb zuständige Aufsichtsbehörde wenden.