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Nach welchen Vorschriften müssen Küchenmitarbeiter arbeitsmedizinisch untersucht werden und in welchen Abständen? Handelt es sich um eine Angebotsuntersuchung?

KomNet Dialog 12458

Stand: 19.06.2012

Kategorie: Gesundheitsschutz > Arbeitsmedizinische Vorsorge > Untersuchungspflichten

Dialog
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Frage:

Nach welchen Richtlinien müssen Küchenmitarbeiter arbeitsmedizinisch untersucht werden und in welchen Abständen?Handelt es sich um eine Angebotsuntersuchung?

Antwort:

Für arbeitsmedizinische Vorsorgeuntersuchungen gelten mit Inkrafttreten der Verordnung zur arbeitsmedizinischen Vorsorge - ArbMedVV vom 18.12.2008 ausschließlich die Regelungen dieser Verordnung. Zur Anpassung an die ArbMedVV werden die berufsgenossenschaftlichen Grundsätze BGI 504-ff - sofern noch nicht erfolgt - als Handlungsanleitung für die arbeitsmedizinische Vorsorge formuliert. Die Handlungsanleitungen konkretisieren dann die ArbmedVV. Weitere Informationen zu der Thematik werden unter www.dguv.de/inhalt/praevention/fachaus_fachgruppen/arbeitsmedizin/produkte/index.jsp  angeboten.

Konkret bedeutet das, dass vom Arbeitgeber stets mittels der Gefährdungsbeurteilung (§ 3 ArbMedVV) zu klären ist, welche Vororgeuntersuchungen durchzuführen sind (Pflichtuntersuchungen) und welche anzubieten sind (Angebotsuntersuchung).
Mit der Gefährdungsbeurteilung muss der Arbeitgeber ermitteln, ob die Beschäftigten an der konkreten Arbeitsstelle Tätigkeiten ausüben, die im Anhang Teile 1 bis 4 der ArbMedVV aufgeführt sind, und somit eine Exposition möglich ist, die den Expositionsbedingungen im Anhang ArbmedVV entspricht. 

Pflichtuntersuchungen sind z.B. notwendig bei Feuchtarbeit von regelmäßig vier Stunden oder mehr je Tag (Teil 1 Abs. 1 Nr. 2 a Anhang ArbmedVV). Eine Feuchtarbeit von regelmäßig mehr als zwei Stunden je Tag, aber weniger als vier, bedingt eine Angebotsuntersuchung (Teil 1 Abs. 2 Nr. 2 e Anhang ArbmedVV).
Relevant können evtl. Tätigkeiten mit extremer Hitzebelastung, die zu einer besonderen Gefährdung führen können oder Tätigkeiten mit extremer Kältebelastung (– 25° Celsius und kälter) gemäß Teil 3 Anhang ArbmedVV sein. Ebenfalls zu prüfen ist, ob Tätigkeiten mit Lärmexposition oder Exposition durch Vibrationen oder mit Gefahrstoffen vorliegen. Angebotsunersuchungen sind für Tätigkeiten an Bildschirmarbeitsplätzen anzubieten.

Die Entscheidung muss der Arbeitgeber stets im Rahmen der Gefährdungsbeurteilung mit Unterstützung des Betriebsarztes und der Fachkraft für Arbeitssicherheit treffen. Eine abschließende Übersicht für Küchenpersonal liegt uns nicht vor.

Auf die BGR 111 "Arbeiten in Küchenbetrieben weisen wir hin (http://www.bge.de/asp/dms.asp?url=/zh/z37/titel.HTM) .