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Wo finde ich Bestimmungen über die Beschaffenheit von Spindeltreppen in Krankenhäusern (Bürobereich)?

KomNet Dialog 12423

Stand: 17.11.2010

Kategorie: Gestaltung von Arbeitsplätzen > Arbeitsplatz- und Arbeitsstättenbeschaffenheit > Verkehrswege

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Frage:

Wo finde ich Bestimmungen über die Beschaffenheit von Spindeltreppen in Krankenhäusern (Bürobereich)?

Antwort:

Spindeltreppen stellen den Sonderfall der Wendeltreppe mit geschlossenem Treppenauge dar. Sie sind konzentrisch um eine Säule (Spindel) gebaut. Die Stufen müssen an der schmalsten Stelle einen Auftritt von mindestens 10 cm haben.
Das Steigungsverhältnis von Spindeltreppen soll in der Lauflinie dem einer gerade laufenden Treppe entsprechen. Spindeltreppen sind als Verkehrswege zur regelmäßigen Benutzung ungeeignet. Ihre Errichtung kann in Ausnahmefällen vertretbar sein, wenn sie zusätzlich zu notwendigen Treppen eingebaut werden und nur selten von wenigen Personen begangen werden müssen, ohne dass Lasten getragen werde. Weitere Informationen dazu liefert die BG-Information - BGI 561 "Treppen".

Verkehrswege, einschließlich Treppen, müssen gem. der Arbeitsstättenverordnung - ArbStättV so angelegt und bemessen sein, dass sie je nach ihrem Bestimmungszweck leicht und sicher begangen oder befahren werden können und in der Nähe Beschäftigte nicht gefährdet werden. (Ziffer 1.8 des Anhangs zur ArbStättV).

Anforderungen an Krankenhäusern werden in Deutschland durch Verordnungen und Richtlinien auf Bundes- und Landesebene sowie durch die Bauordnungen der Länder geregelt. 
Konkretisiert werden die allgemeine Anforderungen durch Regelungen in den jeweilgen Sonderbauvorschriften(http://www.mbv.nrw.de/bau/bauaufsicht/sonderbauten/index.php). Für Krankenhäuser in NRW war bis zum 31. Dezember 2009 die Krankenhausbauverordnung - NRW relevant. Danach waren z.B. Treppen mit gewendelten Stufen als notwendige Treppen unzulässig.

Bei der Ausführung der Verkehrswege / Treppen, die auch gleichzeitig Fluchtwege darstellen, ist die "neue" Arbeitstätten-Regel ASR A 2.3 heranzuziehen (www.baua.de/ASR/). Nach Punkt 4 (6) der ASR A 2.3 sind Fahrsteige, Fahrtreppen, Wendel- und Spindeltreppen sowie Steigleitern und Steigeisengänge im Verlauf eines ersten Fluchtweges nicht zulässig. Im Verlauf eines zweiten Fluchtweges sind sie nur dann zulässig, wenn die Ergebnisse der Gefährdungsbeurteilung deren sichere Benutzung im Gefahrenfall erwarten lassen. Dabei sollten Fahrsteige gegenüber Fahrtreppen, Wendeltreppen gegenüber Spindeltreppen, Spindeltreppen gegenüber Steigleitern und Steigleitern gegenüber Steigeisengängen bevorzugt werden.