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KomNet-Wissensdatenbank

Wie muss der Fluchtweg von einer Rampe gestaltet werden?

KomNet Dialog 6598

Stand: 05.11.2008

Kategorie: Gestaltung von Arbeitsplätzen > Arbeitsplatz- und Arbeitsstättenbeschaffenheit > Beschaffenheit von Fluchtwegen

Dialog
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Frage:

Bei der Begehung eines Lagers wurde festgestellt, dass ein Fluchtweg über eine Verladerampe ins Freie führt. Es ist hier kein Abstieg von der Rampe vorhanden, d.h. die Personen müssten von der Rampe springen (Höhe ca. 1 m). Es stellte sich die Frage, wie ein Abstieg beschaffen sein muss. Ist hier eine Leiter zulässig oder muss es sich um eine Treppe handeln? Die Verladerampe wird nicht mehr für Verladetätigkeiten genutzt, liegt aber direkt an einem Verkehrsweg mit LKW- und PKW- Verkehr.

Antwort:

Gemäß der Arbeitsstättenverordnung (§ 4 Abs. 4 ArbStättV)muss der Arbeitgeber Vorkehrungen treffen, dass die Beschäftigten bei Gefahr sich unverzüglich in Sicherheit bringen und schnell gerettet werden können. Nach Ziffer 2.3des Anhangs der Arbeitsstättenverordnung ist die Anzahl, Anordnung und Abmessung von Fluchtwegen - in einer Gefährdungsbeurteilung - nach den Kriterien festzulegen, die dort genannt werden.

In der Arbeitsstätten-Regel - ASR A 2.3 "Fluchtwege, Notausgänge, Flucht- und Rettungsplan" werden dies Forderungen konkretisiert.
So führen z.B. Fluchtwege ins Freie oder einen gesicherten Bereich. Weiter muss am Ende eines Fluchtweges der Bereich im Freien oder der gesicherte Bereich so gestaltet und bemessen sein, dass sich kein Rückstau bilden kann und alle über den Fluchtweg flüchtenden Personen ohne Gefahren, wie z.B. durch Verkehrswege oder öffentliche Straßen, aufgenommen werden können.

In ihrem Fall dürfte eine nicht vorhandene Treppe von der Laderampe eine Gefahr für das sichere Flüchten darstellen. Liegt der Verkehrsweg zu nah im Bereich des Fluchtweges, ist ebenfalls von einer Gefahr für die Flüchtenden auszugehen. Desweitern ist die konkrete Absturzgefahr in Abhängigkeit von der Anzahl der Personen in der Fluchtrichtung bei einer Paniksituation zu bewerten.

Leitern, Steigleitern und Steigeisengänge sind im Verlauf eines ersten Fluchtweges nicht zulässig. Im Verlauf eines zweiten Fluchtweges sind sie nur zulässig, wenn die Ergebnisse der Gefährdungsbeurteilung deren sichere Benutzung im Gefahrenfall erwarten lässt. Dabei sollten Treppen gegenüber Steigleitern und Steigleitern gegenüber Steigeisengängen bevorzugt werden.

Es empfiehlt sich die konkrete Ausgestaltung des Fluchtweges anhand der gleichzeitig anwesenenden Personenzahl, die den Fluchtweg benutzen muss, mit der örtlich zuständigen Arbeitsschutzbehörde abzustimmen. Die örtlich zuständige Behörde finden sie unter http://www.arbeitsschutz.nrw.de/Service/ansprechpartner_beratung/bezirksregierungen/index.php .



Stand: November 2008