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Ist arbeitsmedizinische Vorsorgeuntersuchung nach ArbMedVV auch dann erforderlich, wenn die Naturlatex-Handschuhe mit Baumwollinnenfutter ausgestattet sind?

KomNet Dialog 12189

Stand: 18.06.2012

Kategorie: Gesundheitsschutz > Arbeitsmedizinische Vorsorge > Untersuchungspflichten

Dialog
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Frage:

Nach der TRGS 401 müssen beim Tragen von Naturgummilatexhandschuhen mit mehr als 30 µg Protein arbeitsmedizinische Vorsorgeuntersuchungen verpflichtend durchgeführt werden. Gilt dies nur für medizinische Einmalhandschuhe oder auch für Latexschutzhandschuhe mit Baumwollinnenfutter, die für Reinigungsarbeiten verwendet werden? Bei diesen besteht kein direkter Hautkontakt mit Latex.

Antwort:

Ihr Gedanke ist u. E. richtig, dass das Schutzziel der von Ihnen genannten Vorschrift u. a. die Vermeidung einer direkten Exposition mit hochproteinhaltigem Latex ist. Insofern ist u. E. ein Baumwolltrikot zum Schutz vor Latex i. d. R. ausreichend. In den Arbeitsschutzvorschriften wird jedoch dieses Schutzziel nicht mit diesen Worten formuliert. Bei genauer Betrachtung der Vorschriften kommt man aber zum selben Ergebnis:

Nach der Punkt 6.4.2 Abs. 10 der TRGS 401 darf der Proteingehalt 30 μg/g Handschuhmaterial nicht überschreiten sofern aus hygienischen Gründen Einmalhandschuhe aus Latex eingesetzt werden.

Die von Ihnen genannten Handschuhe für Reinigungsarbeiten mit Baumwolltrikot sind aller Wahrscheinlichkeit nach keine Einmalhandschuhe, insofern entfällt die Problematik.

Sie beziehen sich vermutlich auf Punkt 8.2 Abs. 2 der TRGS 401  (Hinweis: die inzwischen aktuellere Vorschrift ist die Verordnung zur arbeitsmedizinischen Vorsorge – ArbMedVV. Dort finden Sie diesen Sachverhalt unter den Anhang Teil 1 Abs. 1 Nr. 2 Buchstabe f ).

Uns sind keine Handschuhe, die nicht für den einmaligen Gebrauch sind (also "Haushaltshandschuhe"), bekannt, die einen Proteingehalt von 30 μg/g überschreiten. Wenn die Handschuhe ein Baumwolltrikot haben, halten wir es noch unwahrscheinlicher, dass der Wert überschritten wird, weil das Baumwolltrikot in die Berechnung ("pro Gramm Handschuh") mit eingeschlossen wäre und damit mit aller größter Wahrscheinlichkeit 30 μg/g nicht überschreiten dürfte. Sofern Sie dennoch unsicher sind, können Sie beim Hersteller der Handschuhe nach dem Proteingehalt fragen.