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KomNet-Wissensdatenbank

Wie ist die Raumtemperatur gemäß ASR A3.5 Raumtemperaturen zu ermitteln?

KomNet Dialog 11908

Stand: 25.06.2026

Kategorie: Gestaltung von Arbeitsplätzen > Raumklima, Lüftung > Raumtemperaturen

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Frage:

Zur Umsetzung der neuen ASR A3.5 Raumtemperaturen: Für Arbeitsräume sind bei einer Außenlufttemperatur über +26, 30 bzw. 35 °C zum präventiven Gesundheitsschutz bestimmte Maßnahmen zu ergreifen. Gibt es Vorgaben, wie die Temperaturen zu ermitteln sind? Unser Arbeitgeber steht auf dem Standpunkt, dass die Temperaturen wie folgt belegt werden müssen: 24-Stunden-Messung und davon der Durchschnittswert. Können Sie das so bestätigen bzw. uns einen Hinweis geben, wo das nachgelesen werden kann?

Antwort:

Unter Punkt 4.1.(6) der ASR A3.5 "Raumtemperatur" ist Folgendes nachzulesen:

"Die Lufttemperatur wird mit einem strahlungsgeschützten Thermometer in Grad Celsius [°C] gemessen, dessen Messgenauigkeit +/-0,5 °C betragen soll. Die Messung erfolgt nach Erfordernis stündlich an Arbeitsplätzen für sitzende Tätigkeit in einer Höhe von 0,6 m und bei stehender Tätigkeit in einer Höhe von 1,1 m über dem Fußboden. Die Außenlufttemperatur wird stündlich während der Arbeitszeit ohne Einwirkung von direkter Sonneneinstrahlung gemessen. Die Außenlufttemperatur sollte etwa 4 m von der Gebäudeaußenwand entfernt und in einer Höhe von 2 m gemessen werden."


Die Auffassung, dass die in der ASR genannten Temperaturen 24-Stunden-Durchschnittswerte darstellen, ist falsch.


Nähere Erläuterungen zur Messung und Beurteilung können den nachfolgenden Unterlagen entnommen werden:

- DGUV Information 215-510 "Beurteilung des Raumklimas - Handlungshilfe für kleinere und mittlere Betriebe"

- LASI-Leitlinie LV16 "Kenngrößen zur Beurteilung raumklimatischer Grundparameter"


In der LV16 (Stand September 2011) ist unter 2.2 Lufttemperatur Folgendes nachzulesen:

"Einheit: Grad Celsius [ °C ], Formelzeichen: t oder internationalisiert ta

Lufttemperaturen lassen sich im Vergleich zu anderen Klimagrundparametern verhältnismäßig einfach erfassen. So ist es für Beschäftigte problemlos möglich, die an ihrem Arbeitsbereich herrschende Lufttemperatur zu messen und gegebenenfalls zu beanstanden. Die ASR A3.5 [1] schreibt für diese Lufttemperaturmessungen strahlungsgeschützte Sensoren vor.

Die Lufttemperatur kann mit sehr unterschiedlichen Messverfahren ermittelt werden, wobei der Messbereich und/ oder der Anwendungsbereich oft das Verfahren vorbestimmt. Als verbreitetste Messsysteme haben sich Flüssigkeitsglasthermometer, Halbleiterthermometer, Thermoelemente und Bimetallthermometer erwiesen.

Die gebräuchlichste Methode ist die Messung mit einem Flüssigkeitsglasthermometer. Dieses kann auch kalibrierfähig10 sein und muss mit einem ausreichenden Wärmestrahlungsschutz versehen sein.

Die „operative Temperatur“ (DIN EN 13779 [11]) wird als thermische Kombinationsgröße aus Lufttemperatur und Strahlungstemperatur gemäß der Empfehlung aus der vorgenannten Norm mit einem Globethermometer (entsprechend DIN EN 27243 [13]) ermittelt. Weiter Angaben zur operativen Temperatur sind in EN ISO 7726 [14] und EN ISO 7730 [15] enthalten.

Kombinierte Messgeräte bieten außer der Messung der Lufttemperatur und der Luftfeuchte mittels integriertem Rechner die Ermittlung aller wichtigen Luftfeuchtewerte an.

Bei Verwendung eines Aspirationspsychrometers zur Messung der Lufttemperatur entspricht die Temperatur des Trockenthermometers der Lufttemperatur; die Feuchttemperatur wird zur Bestimmung der Luftfeuchte benötigt.

Alle eingesetzten Messgeräte sollten den Anforderungen der DIN EN ISO 7726 [14] entsprechen, um die Akzeptanz und die Reproduzierbarkeit von Messdaten zu sichern.

Detaillierte Aussagen zur Temperaturmessung sind der VDE/VDI 3511 [18]. „Technische Temperaturmessung“ zu entnehmen. 

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