Inhaltsbereich
Seitentitel

KomNet-Wissensdatenbank

Gibt es eine neue ASR A3.5 Raumtemperatur? Muss der Arbeitgeber "hitzefrei" gewähren?

KomNet Dialog 11341

Stand: 15.06.2011

Kategorie: Gestaltung von Arbeitsplätzen > Raumklima, Lüftung > Raumtemperaturen

Dialog
Favorit

Frage:

Gibt es nach der neuen ASR A3.5 Raumtemperatur eine verbindliche Obergrenze für die Raumtemperatur? Muss der Arbeitgeber bei hohen Sommertemperaturen "hitzefrei" gewähren?

Antwort:

Am 23. Juni 2010 wurde die neue Arbeitsstättenregel ASR A3.5 "Raumtemperatur" www.baua.de/cln_137/de/Themen-von-A-Z/Arbeitsstaetten/ASR/ASR.html bekannt gegeben. Diese ersetzt die alte ASR 6 "Raumtemperaturen".

Unter Ziffer 4.4 der ASR A3.5 sind Regelungen für Arbeitsräume bei einer Außenlufttemperatur über +26 °C aufgestellt. Dazu werden unter www.baua.de/cln_135/de/Presse/Pressemitteilungen/2010/06/pm044-10.html  nachfolgende Erläuterungen (Auszug) gegeben:

In der neuen am 23. Juni [2010] bekannt gemachten Arbeitsstättenregel ASR A3.5 ist für Außenlufttemperaturen von über +26 °C ein Stufenmodell mit Schutzmaßnahmen für die Beschäftigten enthalten.
Demnach können Beschäftigte bei Lufttemperaturen in Arbeitsräumen in den Stufen bis +30 °C bis +35 °C und auch darüber hinaus dort weiter tätig sein, vorausgesetzt der Arbeitgeber ergreift geeignete Schutzmaßnahmen. "Trotz dieser neuen Regelungen gibt es für Beschäftigte keinen direkten Rechtsanspruch auf zum Beispiel klimatisierte Räume oder 'hitzefrei'", erklärt Dr. Kersten Bux. "Der Arbeitgeber muss im Rahmen der Gefährdungsbeurteilung Maßnahmen ergreifen, um die Auswirkungen hoher Temperaturen zu mildern. Schließlich steigen mit der Temperatur die körperliche Beanspruchung und die Unfallgefahr, während Konzentration und Leistungsfähigkeit sinken."

Notfalls muss sich der Angestellte also mit anderen Mitteln gegen die Hitze behelfen. Generell sollten unnötige Wärmequellen wie Drucker, Scanner und Kopierer nicht im Arbeitsraum platziert oder zumindest ihr Gebrauch eingeschränkt werden. Ein beliebtes Mittel, der Hitze in Büros beizukommen, ist das Aufstellen eines Tischventilators. Doch diese Methode ist nicht uneingeschränkt zu empfehlen: "Das Geräusch des Ventilators kann in Gruppen- oder Großraumbüros andere Kollegen stören", sagt Dr. Kersten Bux. "Außerdem besteht durch den starken Luftstrom die Gefahr, einen 'steifen Hals' zu bekommen." Besser: Rollos oder Markisen nutzen, um die Sonne auszusperren.


Ein Anspruch auf "hitzefrei" besteht also für Beschäftigte weiterhin nicht. 

Weitergehende Informationen sowie Empfehlungen für heiße Sommertage in Arbeitsstätten werden angeboten unter http://www.baua.de/de/Informationen-fuer-die-Praxis/Handlungshilfen-und-Praxisbeispiele/Klima/Sommertipps.html