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Gibt es generelle Vorschriften für die maximale Tragedauer von Schutzhandschuhen im Chemikalienbereich?

KomNet Dialog 11524

Stand: 23.07.2010

Kategorie: Sichere Anlagen / Sicherer Betrieb > Persönliche Schutzausrüstung (PSA) > Benutzung von PSA

Dialog
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Frage:

Gibt es eine generelle Verordnung oder Vorschrift in der beschrieben ist, dass Schutzhandschuhe die im Chemikalienbereich eingesetzt werden, nur eine Schicht oder acht Stunden benutzt und dann gewechselt werden müssen?

Antwort:

Für die hautresorbtiven Stoffe wurde die TRGS 401"Gefährdung durch Hautkontakt- Ermittlung, Beurteilung, Maßnahmen" entwickelt. Dort wird die Hautgefährdung in geringe, mittlere und hohe Gefährdung eingeteilt. Nach Punkt 6.4.3. gilt für Chemikalienschutzhandschuhe:

Die Auswahl der Schutzhandschuhe muss abgestimmt auf Arbeitsstoffe und Arbeitsverfahren erfolgen. Neben dem Schutz vor Chemikalien sind mechanische und ergonomische Anforderungen zu berücksichtigen. Je nach Tätigkeit und verwendeten Arbeitsstoffen ist ein hinreichend beständiger Handschuh für den speziellen Einsatzzweck auszuwählen.

Chemikalienschutzhandschuhe, die mit einem Erlenmeyerkolben gekennzeichnet sind, bieten einen erweiterten Schutz gegen chemische Gefährdungen; aus einer Gruppe von zwölf Prüfchemikalien haben diese Chemikalienschutzhandschuhe bei drei der Prüfchemikalien mindestens die Klasse 2 (Durchbruchzeit > 30 min) erreicht.

Die Durchbruchzeit ist diejenige Zeit, bei der in der Prüfung nach DIN / EN 374 Teil 3 der Durchbruch der Chemikalie an der nicht exponierten Seite des Handschuhmaterials festgestellt werden kann.
Die maximale Tragedauer (Durchdringungszeit) eines Schutzhandschuhs ist erreicht, wenn Chemikalien unter bestimmten Verwendungsbedingungen den Handschuh durchdringen. Die maximale Tragedauer (Durchdringungszeit) eines Schutzhandschuhs ist in der Regel kürzer als die DIN EN 374 Teil 3 ermittelte Durchbruchszeit und wird von folgenden Parametern bestimmt:
1. Handschuhmaterial und Materialstärke,
2. verwendete Chemikalie und Arbeitsverfahren,
3. weitere verwendete Stoffe, Zubereitungen,
4. Durchbruchszeit basierend auf einer Prüfung bei 33 °C nach DIN EN 374 Teil 3,
5. Dauer und Intensität des Kontaktes mit Chemikalien pro Schicht,
6. Temperatureinfluss durch Erwärmung oder Abkühlung und
7. mechanische Beanspruchung des Handschuhs durch die Tätigkeit.

Die Informationen zu dem Handschuhmaterial und der Durchdringungszeit (darunter ist die max. Tragedauer zu verstehen) des Handschuhmaterials, kann der Arbeitgeber dem Abschnitt 8 des Sicherheitsdatenblattes (Anhang 2 REACH-Verordnung bzw. Nummer 6.8.2.1.2 der
Bekanntmachung 220) entnehmen bzw. hat er nach § 7 Abs. 2 der GefStoffV beim Lieferanten der Gefahrstoffe zu erfragen.

Chemikalienschutzhandschuhe werden in sechs Durchdringungsklassen (Schutzindex) eingeteilt. Die höchste Klasse "6" bedeutet, dass der Handschuh bei einem Kontakt mit Chemikalien von > 480 min. nicht mehr verwendet werden darf.

Wird festgesellt, dass nur gelegentlich Kontakt mit Chemikalien besteht, z.B. durch Spritzer, erhöht sich die Tragedauer.

Weitere Informationen und Hinweise erhalten sie in der BG-Information "Chemikalienschutzhandschuhe" - BGI 868 (http://www.dguv.de/inhalt/medien/datenbank/index.jsp).