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Darf eine 17-jährige Auszubildende bei Personalengpässen in der Produktion an den Maschinen eingesetzt werden?

KomNet Dialog 10996

Stand: 09.10.2026

Kategorie: Besonders schutzbedürftige Personengruppen > Kinder, Jugendliche, Auszubildende > Beschäftigung von Kindern und Jugendlichen

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Frage:

Wir haben eine 17-jährige Auszubildende (Ausbildung zur Energieelektronikerin) in unserem Produktionsbetrieb, in dem sowohl mit Robotern als auch von Hand geschweißt wird. Darf sie in unserem Betrieb bei Personalengpässen in der Produktion an den Maschinen eingesetzt werden? Darf sie sich in der Nähe der Schweißplätze aufhalten bzw. dort arbeiten? Wie verhält es sich mit der Aufsichtspflicht?

Antwort:

Jugendliche dürfen nach § 22 des Jugendarbeitsschutzgesetzes (JArbSchG) grundsätzlich nicht mit gefährlichen Arbeiten beschäftigt werden. Hierzu gehören insbesondere Arbeiten mit Unfallgefahren, die Jugendliche wegen mangelnden Sicherheitsbewusstseins oder mangelnder Erfahrung nicht erkennen oder nicht abwenden können.

Für die in § 22 Absatz 1 Nummer 3 bis 7 JArbSchG genannten Arbeiten besteht eine Ausnahme, soweit die Tätigkeit zur Erreichung des Ausbildungszieles erforderlich ist, der Schutz durch die Aufsicht eines Fachkundigen gewährleistet ist und bei Gefahrstoffen zusätzlich die hierfür genannten Anforderungen eingehalten werden.

Daher ist zunächst anhand der konkreten Maschine und Tätigkeit zu prüfen, ob eine gefährliche Arbeit im Sinne des § 22 JArbSchG vorliegt. Beispielsweise können bestimmte Tätigkeiten an Maschinen zum Sägen, Schneiden, Trennen, Schleifen oder Schweißen unter die Beschäftigungsbeschränkungen fallen.

Ist eine solche Tätigkeit Bestandteil der Ausbildung und für das Ausbildungsziel erforderlich, kann sie unter den genannten Voraussetzungen zulässig sein. Ein Einsatz ausschließlich zur Überbrückung eines Personalengpasses erfüllt diese Voraussetzung dagegen nicht. Eine 17-jährige Auszubildende darf daher nicht allein aufgrund eines betrieblichen Personalengpasses mit ansonsten für Jugendliche verbotenen gefährlichen Arbeiten eingesetzt werden.

Zusätzlich sind gegebenenfalls die Beschäftigungsbeschränkungen für Akkordarbeit und tempoabhängige Arbeiten nach § 23 JArbSchG zu beachten.