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KomNet-Wissensdatenbank

Welche Tätigkeiten darf ich als Schwangere in einem Altenpflegeheim ausführen?

KomNet Dialog 1040

Stand: 06.09.2017

Kategorie: Besondere Zielgruppen > Sichere Produkte > Sichere Anlagen / Sicherer Betrieb

Dialog
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Frage:

Ich bin Altenpflegerin in einem Altenpflegeheim und im 4 Monat schwanger. Eingesetzt bin ich auf einer Schwerstpflegestation mit 28 Bewohnern, überwiegend Pflegestufe 3! In dem 2 und 3 Schwangerschaftsmonat musste ich noch Bettlägerige pflegen und lagern! Ich mache bis heute tägl. Blutzuckertests (kapillare Blutentnahme) und führe Insulininjektionen durch! Darf ich das eigentlich? Momentan bin ich immer Schichtleitung, muss bis nach 20 Uhr arbeiten, obwohl noch eine andere examinierte Kraft miteingeteilt ist! Am Wochenende bin ich häufig nur alleine mit einer Helferin im Spätdienst eingeteilt, muss also die Insulingabe und die BZ-Tests übernehmen! Bei diesen Diensten fühle ich mich immer überfordert, da ich dazu gezwungen bin, auch schwere Bewohner zu pflegen!

Antwort:

Für schwangere Arbeitnehmerinnen bestehen umfangreiche Tätigkeitsbeschränkungen und Beschäftigungsverbote, die sich aus dem Mutterschutzgesetz (MuSchG) und der Verordnung zum Schutze der Mütter am Arbeitsplatz (MuSchArbV) ergeben.
 
Dies sind u. a.:

  • Verbot der Weiterbeschäftigung, wenn durch ein ärztliches Zeugnis bescheinigt wird, dass bei einer Weiterbeschäftigung die Gesundheit von Mutter und Kind gefährdet sind;
  • Verbot der Nachtarbeit zwischen 20.00 Uhr und 6.00 Uhr (in Pflegeheimen ist die Beschäftigung in den ersten vier Monaten der Schwangerschaft bis 22.00 Uhr zulässig.)
  • Verbot der Mehrarbeit, d.h. Arbeitszeiten von mehr als 8,5 Stunden pro Tag bzw. 90 Stunden pro Doppelwoche;
  •  Verbot des direkten Kontaktes zu potentiell infektiösem Material (unter dieses Verbot fallen z. B. die von Ihnen durchgeführten kapillaren Blutentnahmen);
  • Verbot der Beschäftigung in den letzten sechs Wochen vor der Entbindung (gesetzliche Schutzfrist aus § 3 MuSchG), es sei denn, dass sich die werdende Mutter ausdrücklich zur Arbeitsleistung bereit erklärt, wobei diese Erklärung jederzeit widerrufen werden kann;
  • Wöchnerinnen dürfen bis zum Ablauf von i.d.R. acht Wochen (Schutzfrist aus § 6 MuSchG) nach der Entbindung nicht beschäftigt werden.
Außerdem genießen Schwangere einen besonderen Kündigungsschutz (§ 9 MuSchG).

Die Beschäftigungsverbote werden in Nordrhein-Westfalen von den Dezernaten 56 der Bezirksregierungen überwacht.

Weitere Informationen finden Sie im Merkblatt "Mutterschutz in Alten- und Pflegeheimen".