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KomNet-Wissensdatenbank

Sind Anfahrschütze aus Polyethylen, die mit einem Klettverschluss direkt am Regal befestigt werden, zulässig?

KomNet Dialog 10282

Stand: 12.02.2010

Kategorie: Gestaltung von Arbeitsplätzen > Arbeitsplatz- und Arbeitsstättenbeschaffenheit > Lager, Lagerung

Dialog
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Frage:

Nach der BGR 234 müssen Ortsfeste Regale, die mit nicht leitliniengeführten Fördermitteln be- oder entladen werden, an ihren Eckbereichen und an Durchfahrten durch einen Anfahrschutz, der nicht mit dem Regal verbundenen ist, versehenen werden. Es gibt Anfahrschütze aus Polyethylen, die mit einem Klettverschluss direkt mit dem Regal verbunden werden. Ist die Verwendung zulässig?

Antwort:

Unter Abschnitt 4.2.5 Anfahrschutz der BGR 234 http://bibliothek.arbeitssicherheit.de/ ist gefordert, dass ortsfeste Regale, die mit nicht leitliniengeführten Fördermitteln be- oder entladen werden, an ihren Eckbereichen – auch an Durchfahrten – durch einen mindestens 0,3 m hohen, ausreichend dimensionierten, nicht mit dem Regal verbundenen und mit einer gelb-schwarzen Gefahrenkennzeichnung versehenen Anfahrschutz gesichert sein müssen. Dies gilt nicht für die Innenseiten ortsfester Endregale bei verfahrbaren Einrichtungen. Als ausreichend dimensioniert kann ein Anfahrschutz angesehen werden, wenn er eine Energie von mindestens 400 Nm aufnehmen kann.
Das bedeutet, dass grundsätzlich nur Anfahrschutze, die den v.g. Anforderungen entsprechen, verwendet werden dürfen.
In der Vorbemerkung zur BGR 234 wird u.a. ausgeführt, dass der Unternehmer bei Beachtung der in BG-Regeln enthaltenen Empfehlungen davon ausgehen kann, dass er die in Unfallverhütungsvorschriften geforderten Schutzziele erreicht. Andere Lösungen sind möglich, wenn Sicherheit und Gesundheitsschutz in gleicher Weise gewährleistet sind. Sind zur Konkretisierung staatlicher Arbeitsschutzvorschriften von den dafür eingerichteten Ausschüssen technische Regeln ermittelt worden, sind diese vorrangig zu beachten.
...
"Die in dieser BG-Regel enthaltenen technischen Lösungen schließen andere, mindestens ebenso sichere Lösungen nicht aus, die auch in technischen Regeln anderer Mitgliedstaaten der Europäischen Union oder der Türkei oder anderer Vertragsstaaten des Abkommens über den Europäischen Wirtschaftsraum ihren Niederschlag gefunden haben können.
Prüfzeugnisse von Prüfstellen, die in anderen Mitgliedstaaten der Europäischen Union oder der Türkei oder in anderen Vertragsstaaten des Abkommens über den Europäischen Wirtschaftsraum zugelassen sind, werden in gleicher Weise wie deutsche Prüfzeugnisse berücksichtigt, wenn die den Prüfzeugnissen dieser Stellen zu Grunde liegenden Prüfungen, Prüfverfahren und konstruktiven Anforderungen denen der deutschen Stelle gleichwertig sind. Um derartige Stellen handelt es sich vor allem dann, wenn diese die in der Norm DIN EN ISO/IEC 17.025 bzw. DIN EN 45.011 niedergelegten Anforderungen erfüllen."
Ggf. sollten Sie die Thematik im direkten Kontakt mit dem bei der Berufsgenossenschaft zuständigen Fachausschuss "Förder- und Lagertechnik" klären, http://www.dguv.de/inhalt/praevention/fachaus_fachgruppen/foerder_lagertechnik/index.jsp .

Stand: Februar 2010