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KomNet-Wissensdatenbank

Welche Qualität müssen Spiegel in einem Raum haben, in dem Selbstverteidigungstechniken und Kampfsport/Eingriffstechniken trainiert werden?

KomNet Dialog 9101

Stand: 14.06.2017

Kategorie: Gestaltung von Arbeitsplätzen > Arbeitsplatz- und Arbeitsstättenbeschaffenheit > Rechts- und Auslegungsfragen, Sonstiges (9.1.11)

Dialog
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Frage:

Welche Qualität müssen Spiegel in einem Raum haben, in dem Selbstverteidigungstechniken und Kampfsport/Eingriffstechniken trainiert werden? Reicht hier Verbundglas?

Antwort:

Spiegel bestehen aus einer hinten mit Aluminium beschichteten Glasplatte (z.B. Floatglas). Die Metallschicht wird rückseitig durch eine Lackschicht vor Oxidation geschützt. Floatglas ist "normales Fensterglas" ohne bestimmte sicherheitstechnische Eigenschaften.
Werden großflächige Spiegel in Arbeitsbereichen, in denen mit dem Bruch des Glases gerechnet werden kann, benutzt, müssen die Anforderungen analog denen an lichtdurchlässige Wände, Türen oder Fenster entsprechen. Diese müssen aus bruchsicheren Werkstoffen bestehen um Unfallgefahren durch splitterndes Glas zu vermeiden. Ein Werkstoff gilt als bruchsicher, wenn bei Stoß- und Biegebeanspruchung keine scharfkantigen oder spitzen Teile herausfallen (siehe auch Nummer 1.5 Abs. 3 Anhang der Arbeitsstättenverordnung i.V.m. der ASR A1.6 "Fenster, Oberlichter, lichtdurchlässige Wände").

Ausführungen zur Bruchsicherheit von Gläsern liefert die DGUV Information 208-014 "Glastüren, Glaswände".

"Den Sicherheitsanforderungen genügen die sogenannten Sicherheitsgläser
– Einscheiben-Sicherheitsglas (ESG),
– Verbund-Sicherheitsglas (VSG) sowie
– lichtdurchlässige Kunststoffe mit vergleichbaren Sicherheitseigenschaften."

"Bei bestehenden nicht bruchsicheren Glasflächen, die nicht ausgetauscht werden  können, lässt sich die Schutzwirkung gegen Verletzungsgefahren bei Glasbruch durch Aufkleben von Splitter-Schutzfolien erhöhen. Die Folien erzielen ihre Schutzwirkung durch Binden der Glassplitter bei Bruch. Bei ihrer Verwendung ist insbesondere auf fachgerechtes Verkleben - und zwar an der möglichen Berührungsseite - zu achten. Bei Isoliergläsern muss die Folie evtl. auf beide Außenseiten geklebt werden. Die Eignung der verwendeten Splitterschutz-Schutzfolie ist vom Hersteller durch ein Prüfzeugnis nach DIN EN 12600 nachzuweisen."