Inhaltsbereich
Seitentitel

KomNet-Wissensdatenbank

Welche Qualifikation ist für die Prüfung von Krananlagen erforderlich?

KomNet Dialog 8257

Stand: 13.04.2011

Kategorie: Sichere Anlagen / Sicherer Betrieb > Prüfungen (1.13) > Prüfende Personen und Institutionen

Dialog
Favorit

Frage:

Die Inbetriebnahmeprüfung einer Krananlage wurde bis zur Einführung der BetrSichV von einem Sachverständigen erledigt, der eine Genehmigung bzw. eine Ermächtigung der Berufgenossenschaft hatte. Die wiederkehrenden Prüfungen mussten von einer Fachfirma erledigt werden. Welche Ausbildung bzw. Fachkenntnisse muß nach Einführung der BetrSichV der für die Inbetriebnahmeprüfungen zuständige Verantwortliche mindestens haben bzw. wieviel Zeit seiner beruflichen Tätigkeit muß er für die Prüftätigkeit aufbringen? Kann das auch eine befähigte Person nach TRBS 1203 sein, die zurzeit die wiederkehrenden Prüfungen erledigt? Braucht der Verantwortliche für die Inbetriebnahme der Krananlage heute noch eine Ermächtigung durch die zuständige Berufsgenossenschaft?

Antwort:

Die Anforderungen an den Betrieb insbesondere die Prüfung von Krananlagen ergeben sich u.a. aus der Betriebssicherheitsverordnung - BetrSichV.
Nach § 3 Abs. 3 i. V. mit Anhang 2 der BetrSichV hat der Arbeitgeber auf Grund der Gefährdungsbeurteilung, der Herstellerinformationen und der vorgesehenen Betriebsweise Art, Umfang und Fristen von Prüfungen sowie die prüfende Person festzulegen. Prüfverpflichtungen ergeben sich dann aus § 10 der BetrSichV. Als Prüfpersonen werden hier ausschließlich die befähigten Personen bestimmt.

Baustellenkrane und Krane die vor der ersten Inbetriebnahme zusammengesetzt, montiert und aufgestellt werden, werden in der Technischen Regel für Betriebssicherheit - TRBS 1201 "Prüfungen von Arbeitsmitteln und überwachungsbedürftigen Anlagen" (www.baua.de/TRBS/) explizit als prüfflichtige Arbeitsmittel, deren Sicherheit von den Montagebedingungen abhängen kann, eingestuft (§ 10 Abs. 1 BetrSichV). Die Voraussetzung / Eignung der befähigten Person leitet sich u.a. aus der TRBS 1203 "Befähigte Personen" ab.
 
Bei der Ermittlung und Durchführung der Prüfungen ist die UVV - BGV D 6 "Krane" (§§ 25, 26) zu berücksichtigen. Prüfungen vor Inbetriebnahme sollen gemäß § 25 BGV D 6 "Krane" von Sachverständigen durchgeführt werden. Weitere Erläuterung gibt der berufsgenossenschaftliche Grundsatz BGG 905 "Prüfung von Kranen". Vergleiche auch die gültigen Fachinformationen des zuständigen Fachausschusses der BG Holz und Metall (www.bghm.de).

Wir empfehlen, die Fragen zu den Kenntnissen der Prüfer nach der UVV (BGV D 6) mit dem zuständigen Fachausschuss abzustimmen. Den Fachausschuss "Maschinenbau, Hebezeuge, Hütten- und Walzwerksanlagen" (FA MHHW) erreichen sie unter http://www.dguv.de/inhalt/praevention/fachaus_fachgruppen/mhhw/index.jsp oder http://www.bghm.de/arbeitsschutz/fachausschuesse/maschinenbau-hebezeuge-huetten-und-walzwerksanlagen-mhhw.html.

Hinweis: Mitgliedsunternehmen / Versicherte eines Unfallversicherungsträger (UVTR) müssen die für sie geltenden Unfallverhütungsvorschriften beachten. Ausnahmen oder Abweichungen sind über  § 14 der Unfallverhütungsvorschrift BGV A1 "Grundsätze der Prävention" beim zust. UVTR zu stellen: "Der Unternehmer kann bei dem zuständigen Unfallversicherungsträger im Einzelfall Ausnahmen von Unfallverhütungsvorschriften schriftlich beantragen."

Das Regelwerk der Unfallversicherungsträger (Berufsgenossenschaft / Unfallkasse) wird unter http://publikationen.dguv.de/ angeboten.
Arbeitsschutzvorschriften sowie weitere Rechtsvorschriften können Sie unter www.arbeitsschutz.nrw.de/Service/rechtsvorschriften/index.php (--> Rechtsvorschriften Arbeitsschutz) oder www.gaa.baden-wuerttemberg.de/servlet/is/16032 aufrufen.