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Unter welchen Bedingungen ist der Einsatz von Industriekletter-Fachleuten als "Ersatz" für Hubsteiger, Gerüste etc. angemessen?

KomNet Dialog 8192

Stand: 09.07.2009

Kategorie: Gestaltung von Arbeitsplätzen > Arbeitsplatz- und Arbeitsstättenbeschaffenheit > Absturzsicherungen, Geländer

Dialog
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Frage:

Die Branche Industrieklettern wächst kontinuierlich. Unter welchen Bedingungen ist der Einsatz von Industriekletter-Fachleuten als "Ersatz" für Hubsteiger, Gerüste etc. angemessen; wann ist er "verboten" ?

Antwort:

Im Rahmen der Gefährdungsbeurteilung nach dem Arbeitsschutzgesetz ist der Einsatz von seilunterstützen Arbeitsverfahren und Klettergeräten zu beurteilen und entsprechende Maßnahmen umzusetzen. Bei der Festlegung von Maßnahmen ist zu berücksichtigen, dass "wenn zeitweilige Arbeiten an hochgelegenen Arbeitsplätzen nicht auf sichere Weise und unter angemessenen ergonomischen Bedingungen von einer geeigneten Standfläche (Gerüst, Hebebühne) aus verrichtet werden können, sind Arbeitsmittel auszuwählen, die am geeignetsten sind, um während ihrer Benutzung sichere Arbeitsbedingungen zu gewährleisten. Dabei muss dem kollektiven Gefahrenschutz Vorrang vor dem individuellen Gefahrenschutz eingeräumt werden. Das ausgewählte Arbeitsmittel muss der Art der auszuführenden Arbeiten und den vorhersehbaren Beanspruchungen angepasst sein und eine gefahrlose Benutzung erlauben (Nr. 5.1.2 Anhang 2 BetrSichV).
Zugangs- und Positionierungsverfahren unter Zuhilfenahme von Seilen dürfen nur angewandt werden, wenn die Verwendung anderer, sichererer Arbeitsmittel nicht verhältnismäßig ist und wenn die Gefährdungsbeurteilung ergibt, dass die betreffende Arbeit sicher durchgeführt werden kann (Nr. 5.1.5 Anhang 2 BetrSichV)." Aus LASI Leitlinie LV35 -  A 4.2 zur BetrSichV; http://lasi.osha.de/de/gfx/publications/lasi_publications.php.

Hinweis: Bei der Auswahl der geeigneten Arbeitsverfahren dürfen finanzielle Gesichtspunkte keine Rolle spielen.

Der Einsatz von Industrieklettern kann dann angezeigt sein, wenn z.B. die Arbeitsebene nicht mit Hubsteiger oder Gerüsten zu erreichen ist; bzw. die Einrüstung so umfangreich ist, dass kein Sicherheitsgewinn durch diese Art erreicht wird. Ein Hubsteiger kann z.B. dann nicht eingesetzt werden, wenn der Boden nicht tragfähig ist. Aber: ein Strommast, der direkt neben einer Straße steht und gestrichen werden soll, kannn sehr wohl mit einem Hubsteiger mit Teleskop- oder Gelenkausleger erreicht werden. Siehe zu der Anwendung und Grenzen von Hubsteigern die BGI 720"Sicherer Umgang mit Hubarbeitsbühnen" (http://publikationen.dguv.de).

Konkrete Beispiele und Sicherheitsregeln für die Durchführung von seilunterstützten Arbeitsverfahren in der Baumkrone unter Einsatz geeigneter Baumpflegegeräte liefert der auch Anhang zur Unfallverhütungsvorschrift VSG 4.2 "Gartenarbeiten" (http://www.praevention.lsv.de/vsg/vsg4_2/anh1.htm).

Siehe auch die Anforderungen, Beispiele und Informationen zum Thema unter: http://www.arbeitsinspektion.gv.at/AI/Arbeitsstaetten/Arbeitsvorgaenge/arbeitsvorgaenge150.htm
http://www.fisat.de/service/ 
http://www.rope-access-solutions.de/hoehenarbeiter.htm.

Arbeitsschutzvorschriften sowie weitere Rechtsvorschriften können Sie unter http://www.arbeitsschutz.nrw.de/Service/rechtsvorschriften/index.php   oder www.gaa.baden-wuerttemberg.de/servlet/is/16032 aufrufen.

Stand: April 2009