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KomNet-Wissensdatenbank

Lässt sich aus der Bildschirmarbeitsverordnung ableiten, dass der Abstand eines LCD-Monitors zur Tischkante mindestens 70 cm betragen muss?

KomNet Dialog 6592

Stand: 19.04.2016

Kategorie: Gestaltung von Arbeitsplätzen > Bildschirmarbeitsplätze > Gestaltung von Bildschirmarbeitsplätzen

Dialog
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Frage:

Bei uns in einer Messwarte wurde eine neue Bedienstation für das Prozessleitsystem installiert. Die Bedienstation verfügt über 4 neben- und übereinander angeordnete Monitore (Quad-Station). Der Abstand der LCD-Monitore von der Tischkante beträgt ca. 55 cm. In Verbindung mit der gewählten Auflösung auf den LCD Monitoren ergibt sich ein sehr scharfes und kontrastreiches Bild. Es kam die Frage auf, ob aus der Bildschirmarbeitsverordnung abzuleiten ist, dass der Abstand zur Tischkante aber mindestens 70 cm betragen muss? Ist ein bauliches Zurücksetzen der Monitore erforderlich?

Antwort:

Leitstände mit Monitorüberwachung fallen unter die Bildschirmarbeitsverordnung (BildscharbV) und sind wie Bildschirmarbeitsplätze einzurichten.
Grundsätzlich muss der Arbeitgeber bei Bildschirmarbeitsplätzen die Sicherheits- und Gesundheitsbedingungen insbesondere hinsichtlich einer möglichen Gefährdung des Sehvermögens sowie körperlicher Probleme und psychischer Belastungen ermitteln und beurteilen (§ 3 der BildscharbV).

Nach Nr. 1 des Anhangs der BildscharbV müssen die auf dem Bildschirm dargestellten Zeichen scharf, deutlich und ausreichend groß sein sowie einen angemessenen Zeichen- und Zeilenabstand haben.
Der Arbeitstisch beziehungsweise die Arbeitsfläche muss eine ausreichend große und reflektionsarme Oberfläche besitzen und eine flexible Anordnung des Bildschirmgeräts, der Tastatur, des Schriftguts und der sonstigen Arbeitsmittel ermöglichen. Ausreichender Raum für eine ergonomisch günstige Arbeitshaltung muss vorhanden sein. Ein separater Ständer für das Bildschirmgerät kann verwendet werden. (Anhang - Nr. 10)

Gesetzlich vorgeschrieben ist der Sehabstand und somit der Abstand der Tischkante zum Bildschirm nicht. Es gibt vielmehr ergonomisch begründete Empfehlungen, die in einschlägigen Regelwerken ihren Niederschlag gefunden haben. Einschlägiges Regelwerk ist z.B. die DGUV Information 215-410 (bisher: BGI 650) "Bildschirm- und Büroarbeitsplätze - Leitfaden für die Gestaltung" (zu finden über die Suchfunktion der Seite www.dguv.de/publikationen ). Auf Seite 35 dieses Leitfadens ist eine Tabelle abgebildet, in der der Zusammenhang zwischen Sehabstand und Bildschirmdiagonale dargestellt ist.

Der Sehabstand muss der Sehaufgabe entsprechen und mindestens 500 mm betragen. Größere Sehabstände bis 800 mm können erforderlich werden bei Bildschirmen mit großen Anzeigeflächen oder bei Benutzung von mehreren Geräten. Um unnötige und belastende Akkomodationsvorgänge durch häufige Blickwechsel zwischen Bildschirm und sonstigen Arbeitsmitteln zu vermeiden, soll der Abstand aller Objekte möglichst identisch sein.