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KomNet-Wissensdatenbank

Verstößt eine schwarz-silberne Tastatur gegen geltende Arbeitsschutzvorschriften?

KomNet Dialog 6037

Stand: 03.10.2007

Kategorie: Gestaltung von Arbeitsplätzen > Ergonomie > Ergonomie von Arbeitsstätten und Arbeitsmitteln

Dialog
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Frage:

Verstößt eine schwarz-silberne Tastatur gegen geltende Arbeitsschutzvorschriften? In unserer Verwaltung wird seit einiger Zeit eine schwarze Tastatur mit silberner Schrift eingesetzt. Unsere Möbel sind überwiegend in der Farbe `sandgreige` (Farbe dem sog. Umweltschutzpapier vergleichbar), die Wände sind ebenfalls in einem hellen beige gehalten. Durch den Wechsel von hellen und dunklen Bereichen muss sich das Auge andauernd anpassen und es kommt zu Ermüdungserscheinungen und ggf. Kopfschmerzen. Verstößt eine schwarz-silberne Tastatur gegen geltende Abeitsschutzvorschriften?

Antwort:

Im Anhang der Bildschirmarbeitsverordnung – BildschArbV sind die an Bildschirmarbeitsplätze zu stellenden grundsätzlichen Anforderungen festgelegt.
Danach muss die Tastatur eine reflexionsarme Oberfläche haben. Eine nähere Erläuterung zu reflexionsarmen Oberflächen wird in der BildschArbV nicht gegeben. Diese sind in der BGI 650 Leitfaden für die Gestaltung von Bildschirm- und Büroarbeitsplätze zu finden. Dort wird zu Ziffer 8 BildschArbV folgendes ausgeführt:
"Es sollten nur Tastaturen mit hellen Tasten und dunkler Beschriftung (Positivdarstellung) eingesetzt werden. Bei Tastaturen mit dunklen Tasten und heller Beschriftung (Negativdarstellung) können bei längerer Benutzung die Tasten, z. B. durch den Fingerschweiß, störend glänzen."

Die in der Frage beschriebene Tastatur würde demnach nicht den v.g. Anforderungen entsprechen.

Auch Oberflächen vom Arbeitstisch bzw. der Arbeitsoberfläche sind reflexionsarm auszuführen (Ziffer 10 Anhang BildschArbV).
"Durch die Gestaltung des Bildschirmarbeitsplatzes sowie Auslegung und Anordnung der Beleuchtung sind störende Blendwirkungen, Reflexionen oder Spiegelungen auf dem Bildschirm und den sonstigen Arbeitsmitteln zu vermeiden" (Ziffer 15 Anhang BildschArbV).
"Bildschirmarbeitsplätze sind so einzurichten, dass leuchtende oder beleuchtete Flächen keine Blendung verursachen und Reflexionen auf dem Bildschirm soweit wie möglich vermieden werden. Die Fenster müssen mit einer geeigneten verstellbaren Lichtschutzvorrichtung ausgestattet sein, durch die sich die Stärke des Tageslichteinfalls auf den Bildschirmarbeitsplatz vermindern lässt" (Ziffer 16 Anhang BildschArbV).

Wir empfehlen, dass Sie die Problematik gemeinsam mit dem Betriebsarzt erörtern und abklären. Der Arbeitgeber ist verpflichtet, die Sicherheits- und Gesundheitsbedingungen insbesondere hinsichtlich einer möglichen Gefährdung des Sehvermögens sowie körperlicher Probleme und psychischer Belastungen im Rahmen der Gefährdungsbeurteilung zu ermitteln und zu beurteilen (§ 3 BildschArbV). Es ist daher angebracht, den Sachverhalt im Arbeitsschutzausschuss zu thematisieren. 

Weiter Informationen zum Thema bietet auch der Forschungsbericht 1066 aus der Schriftenreihe der Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin: Cakir, A. & Cakir, G. - Einfluß von optischen Öberflächeneigenschaften von IT-Produkten auf Benutzer, Bremerhaven: Wirtschaftsverlag NW, 2006