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KomNet-Wissensdatenbank

Wird für einen Wasch- und Reinigungsplatz eine Notdusche benötigt?

KomNet Dialog 5462

Stand: 04.04.2009

Kategorie: Chemische Belastungen und Beanspruchungen > Schutzmaßnahmen beim Umgang mit Gefahrstoffen > Technische Schutzmaßnahmen (5.)

Dialog
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Frage:

An einem Wasch- und Reinigungsplatz werden Edelstahlteile mit einem phosphorsauren (ca. 5%) Reiniger behandelt, der anschließend mit Wasser abgewaschen wird. Gelegentlich werden aber auch Teile mit Beizpaste (ca. 10% HF und ca 20% HNO3) behandelt. Dabei werden maximal 1 - 2 kg Paste verbraucht.Die Beizpaste wird anschließend mit Neutralisationspaste neutralisiert und abgewaschen. Ist die Installation einer Notdusche und/oder einer Augendusche erforderlich oder reicht die Bereitstellung von Augenwaschflaschen?

Antwort:

Die beim Umgang mit Gefahrstoffen nötigen Schutzmaßnahmen müssen gemäß Gefahrstoffverordnung grundsätzlich im Rahmen der Gefährdungsbeurteilung ermittelt und festgelegt werden. Die Gesichtspunkte, die in die Beurteilung der Gefährdungen für die Gesundheit und Sicherheit der Beschäftigten einzubeziehen sind, sind unter § 7 Abs. 1 Gefahrstoffverordnung aufgeführt. U.a. sind dort Informationen des Herstellers oder Inverkehrbringers zum Gesundheitsschutz und zur Sicherheit und hierbei insbesondere die Angaben im Sicherheitsdatenblatt genannt.
In den im Internet zugänglichen Sicherheitsdatenblättern von Beizpasten wird als Schutzmaßnahme nach Augenkontakt folgendes genannt:
Nach Augenkontakt:
Augenlider geöffnet halten und mindestens 10 Minuten lang reichlich mit sauberem, fließenden Wasser spülen; ärztlichen Rat einholen.

Mit einer Augenspülflasche lässt sich die v.g. intensive Augenspülung nicht realisieren. Dafür ist eine mit Trinkwasser gespeiste Augendusche nötig.
Auch die technischen Regeln für Gefahrstoffe TRGS 526 lassen nur in Ausnahmefällen Augenspülflaschen mit steriler Spülflüssigkeit zu, wenn kein fließendes Trinkwasser zur Verfügung steht.
Aufgrund der stark ätzenden Eigenschaften der Zubereitung Beizpaste wird man in der Gefährdungsbeurteilung in aller Regel zu dem Ergebnis kommen, dass beim Umgang mit Beizpaste in der Nähe des Arbeitsplatzes eine mit Trinkwasser gespeiste Augendusche jederzeit zugänglich bereitzuhalten ist.

Weitere Informationen zu reizenden und ätzenden Stoffen bietet z.B. auch das Präventionsportal der BGN unter http://praevention.portal.bgn.de/9800/27517?wc_lkm=9487  an.