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KomNet-Wissensdatenbank

Müssen die täglichen Anwesenheitszeiten der Beschäftigten erfasst werden?

KomNet Dialog 5271

Stand: 04.03.2007

Kategorie: Arbeitszeit, Arbeitsbedingungen > Arbeitszeitberatung und -gestaltung > Rechts- und Auslegungsfragen, Sonstiges (8.1.8)

Dialog
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Frage:

In unserer Firma gibt es für gewerbliche Mitarbeiter eine feste Arbeitszeit. Die Erfassung der täglichen Anwesenheitszeiten erfolgt nicht. Laut § 17 (4) ArbZG kann die Aufsichtsbehörde vom Arbeitgeber verlangen, die Arbeitszeitnachweise vorzulegen. Heißt das, dass Anwesenheitszeiten erfasst werden müssen? Wie muss die Erfassung erfolgen, manuell, maschinell??

Antwort:

Arbeitszeiten müssen nur erfasst werden, sofern sie 8 Stunden an Werktagen überschreiten oder an Sonn- und Feiertagen stattfinden. ( § 16 Abs. 2 Arbeitszeitgesetz - ArbZG).
Andererseits kann die Behörde gem. § 17 Abs. 4 ArbZG vom Arbeitgeber verlangen, nachzuweisen, dass er die Vorschriften des ArbZG beachtet. Zu diesem Zweck können auch Arbeitszeitnachweise angefordert werden.
Wenn er die Arbeitszeiten nicht extra erfasst, können dazu auch Schichtpläne, Lohnbescheinigungen, Arbeitsverträge, Vereinbarungen über bestimmte Arbeitszeiten etc. herangezogen werden.
Der Arbeitgeber muss sich auf jeden Fall überlegen, aufgrund welcher Unterlagen er gegebenenfalls in der Lage wäre nachzuweisen, dass er die Vorschriften des ArbZG einhält.
Am einfachsten sind solche Nachweise natürlich zu erbringen, wenn die Arbeitszeiten erfasst werden.