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KomNet-Wissensdatenbank

Wie sind Fässer beim innerbetrieblichen Transport mit dem Gabelstapler zu sichern?

KomNet Dialog 4830

Stand: 02.06.2014

Kategorie: Sicherer Transport > Innerbetrieblicher Transport > Flurförderzeuge, Gabelstapler

Dialog
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Frage:

Bei einem innerbetrieblichen Transport von 200-l-Fässern auf einer Alupalette mit einem Gabelstapler sind diese in der Kurve von der Palette gerutscht. Gibt es eine Vorschrift, wonach die Paletten eine gewisse Griffigkeit gegenüber dem Transportgut haben müssen? Wie sähe in dem Fall die Beschichtung aus? Auf eine entsprechende Ableitfähigkeit ist zu achten. Bei der Platzierung der Paletten im Hochregal besteht ein ähnliches Problem hinsichtlich der Standfestigkeit der Paletten im Hochregal. Diese könnten abrutschen. Steht das irgendwo, dass das nicht so sein darf ? Wenn ja, wie sähe die Beschichtung aus? Die Fundstelle in der Vorschrift wäre eine Argumentationshilfe.

Antwort:

Sowohl für den Straßen- als auch den innerbetrieblichen Transport gilt: die Ladung ist zu sichern!

Die Vorschriften für den Straßentransport finden Sie wie folgt:
Neben der Straßenverkehrs-Ordnung -StVO- § 22 und der Straßenverkehrs-Zulassungs-Ordnung -StVZO- § 31 (2) gelten die Gefahrgutvorschriften, wie z.B. die Nummer 7.5.7.1 ADR. Die Gefahrgutvorschriften finden Sie unter www.tes.bam.de.

Die im innerbetrieblichen Transport zu treffenden Maßnahmen ergeben sich aus der nach § 5 Arbeitsschutzgesetz -ArbSchG- und § 3 Betriebssicherheitsverordnung -BetrSichV- geforderten Gefährdungsbeurteilung. Es ist sinnvoll, die für den Straßentransport geforderten Sicherungsmaßnahmen innerbetrieblich sinngemäß anzuwenden.

Als Sicherungsmaßnahmen kommen z.B. Umreifen, Stretchen oder Schrumpfen in Frage.
Diese Maßnahmen haben den Sinn, die Ladung auf der Ladefläche stationär zu halten und Relativbewegungen auszuschließen.
Sinngemäß ist Ladung auf Paletten zu sichern.

Berechnungsgrundlagen finden Sie in den VDI – Richtlinien 2700 ff, die sich mit Ladungssicherung auseinandersetzen.
Dort sind Beschleunigungswerte genannt, die in Bewegungsrichtung, entgegen und quer zur Bewegung auftreten können. Über die Reibungsbeiwerte wird berechnet, ob die Ladung ausreichend gegen Verschieben gesichert ist.

Als weitere Gefährdung ist das Kippen der Ladung zu nennen. Aus der Kippkante und dem Schwerpunkt als Ansatzpunkt von Beschleunigungskräften werden die Kräfte ermittelt, die die Ladung kippen wollen. Das Kippmoment wird mit dem Standmoment aus der Schwerkraft und den Sicherungsmaßnahmen errechnet.

Die Sicherheit gegen Verrutschen kann z.B. durch RH – Matten verbessert werden. RH bedeutet in diesem Fall rutschhemmend. Auf einen entsprechenden Ableitwiderstand der Matten ist zu achten. Der Fachhandel gibt darüber Auskunft. Wir bitten um Verständnis, dass KomNet zu den konkreten Produkteigenschaften keine Auskunft geben kann.

Die Bewegungen, die beim Transport oder dem Umschlag des Transportgutes auftreten können, werden durch Kräfte verursacht, die dynamischen Ursprungs sind. Das bedeutet, dass diese Kräfte bei Ruhe nicht auftreten können. 
Diese Kräfte können bei der Lagerung, z.B. in einem Hochregallager nicht auftreten. Sind die Paletten dort abgestellt, können sie nur durch weitere Krafteinwirkung, wie z.B. Anfahren, bewegt werden.