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Wie läuft ein Antrag auf Berufskrankheiten ab?

KomNet Dialog 4479

Stand:

Kategorie: Gesundheitsschutz > Berufskrankheit, Berufsunfähigkeit > Allgemeine Fragen / Verfahrensfragen

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Frage:

Wie läuft eine Antrag auf Berufskrankheit ab? Wer startet einen solchen Antrag? Wer wird hierzu informiert, gefragt, etc? Können Nachteile auf Grund eine Antrags entstehen?

Antwort:

Eine Berufskrankheit (BK) wird im Regelfall durch den behandelnden Arzt gemeldet (§ 202 SGB VII i.V.m. § 3 Abs. 1 der Unfallversicherungs-Anzeigeverordnung UVAV). Der Unternehmer hat nach § 3 Abs. 2 UVAV ebenfalls eine Anzeige bei Verdacht einer BK aufzugeben (§ 193 Abs. 2 Sozialgesetzbuch VII - SGB VII)

Grundsätzlich kann eine Berufskrankheitenmeldung auch durch den Versicherten, Familienangehörige oder andere Stellen formlos (schriftlich oder telefonisch) erfolgen bei dem jeweils zuständigen Träger der gesetzlichen Unfallversicherung (Adressen erhalten sie unter http://www.hvbg.de/d/pages/service/adressen_links/adressen/index.html)

Das Berufskrankheitenverfahren ist in der Berufskrankheiten-Verordnung - BKV geregelt. Weitergehende Informationen finden sie auch unter http://www.hvbg.de/d/pages/versich/risk_bk/index.html und http://de.osha.eu.int/statistics/grundlegende_infos/.

Der Unfallversicherungsträger (UVT) ist Herr des BK-Verfahrens. Dabei wirken die für den medizinischen Arbeitsschutz zuständigen Stellen (in NRW die Landesanstalt für Arbeitsschutz -LAfA) als unabhängige und neutrale Institutionen mit. Die Landesanstalt für Arbeitsschutz wird von den Unfallversicherungsträgern über die Einleitung eines Feststellungsverfahrens unverzüglich schriftlich informiert. Vor Abschluss des Verfahrens haben die Unfallversicherungsträger die für den medizinischen Arbeitsschutz zuständige Stelle über die Ergebnisse ihrer Ermittlungen zu unterrichten. Die Landesanstalt für Arbeitsschutz kann den Unfallversicherungsträgern ergänzende Beweiserhebungen vorschlagen. Die UVT müssen diesen Vorschlägen folgen.

Nach Vorliegen aller Ermittlungsergebnisse kann ein Zusammenhangsgutachten seitens der LAfA erfolgen.
Als Träger des Verfahrens kann der UVT der Empfehlung der Stellungnahme oder des Zusammenhanggutachtens nach eigenem Ermessen folgen.

Stand: Juli 2006