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Bin ich auch ohne schriftlichen Arbeitsvertrag mutterschutzrechtlich geschützt?

KomNet Dialog 3566

Stand:

Kategorie: Besondere Zielgruppen > Werdende und stillende Mütter > Sonstige Mutterschutzfragen

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Frage:

Ich bekomme das dritte Kind und arbeite auf 400 Euro-Basis seit 5 Jahren, aber ohne schriftlichen Vertrag. Bei den anderen Schwangerschaften ist eigentlich nicht viel passiert, das heißt ich habe weiter gehoben u.s.w. Jetzt im Moment bin ich auch in psychologischer Behandlung aufgrund von Panikattacken und habe jetzt vor 2 Wochen erfahren, dass ich schwanger bin. Mein Arbeitgeber weiß es noch nicht. Ich glaube auch nicht, dass sich an den Arbeitsbedingungen für mich diesmal etwas ändern wird. Wie verhalte ich mich, da ich ja auch keinen schriftlichen Arbeitsvertrag habe, bin ich trotzdem geschützt?

Antwort:

Die Vorschriften des Mutterschutzgesetzes -MuSchG-gelten nach § 1 Mutterschutzgesetz -MuSchG- grundsätzlich für Frauen, die in einem Arbeitsverhältnis stehen. Darunter fallen aus mutterschutzrechtlicher Sicht auch Schwangere, die Teilzeit und geringfügig beschäftigt werden. Ferner ist es ohne Bedeutung, ob ein mündlicher oder schriftlicher Arbeitsvertrag besteht.

Dies bedeutet im vorliegenden Fall, das der Arbeitgeber auch bei einer Schwangeren mit Mini-Job die Beschäftigungsverbote der §§ 4 und 8 MuSchG strikt zu beachten hat. Zudem hat der Arbeitgeber nach § 5 Arbeitsschutzgesetz -ArbSchG- in Verbindung mit § 1 der Mutterschutzverordnung -MuSchArbV- eine Gefährdungsbeurteilung durchzuführen und zu ermitteln, ob am Arbeitsplatz einer werdenden Mutter gesundheitliche Gefahren bestehen. Zeigen sich hier Mängel, hat er geeignete Schutzmaßnahmen zu veranlassen.

Verboten sind z. B. nach § 4 Abs. 2 Nr. 1 MuSchG alle Tätigkeiten, bei denen Schwangere regelmäßig Lasten von mehr als 5 kg Gewicht oder gelegentlich Lasten von mehr als 10 kg Gewicht von Hand heben, bewegen oder befördern müssen.

Sollte es in dieser Angelegenheit weitere Fragen oder Probleme geben, können Sie sich bei dem örtlich zuständigen Amt für Arbeitsschutz beraten und unterstützen lassen. Für NRW erreichen Sie ihr zuständiges Amt unter www.arbeitsschutz.nrw.de. Über den oberen rechten Scrollbalken erhalten Sie auch die Arbeitsschutzverwaltungen der anderen Bundesländer.

Relevante Vorschriften erhalten Sie auf der Homepage der Arbeitsschutzverwaltung NRW unter http://www.arbeitsschutz.nrw.de/Themenfelder/mutterschutz/rechtliche_grundlagen/index.php.

Stand: August 2005