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KomNet-Wissensdatenbank

Gibt es Muster für einen Notfall- und Gefahrenabwehrplan für einen Produktionsbetrieb? Wie sollen Evakuierungsübungen durchgeführt werden?

KomNet Dialog 3024

Stand: 10.09.2015

Kategorie: Gestaltung von Arbeitsplätzen > Brandschutz > Organisatorischer Brandschutz

Dialog
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Frage:

Gibt es Muster für einen Notfall- und Gefahrenabwehrplan für einen mittelständischen Produktionsbetrieb (rund 300 Mitarbeiter) und wie müssen Evakuierungsübungen in einem mehrschichtigen Arbeitssystem durchgeführt und dokumentiert werde? Wer sollte vernünftigerweise diese Evakuierungsübungen planen und durchführen?

Antwort:

Gemäß § 4 Abs.4 der Arbeitsstättenverordnung – ArbStättV hat der Arbeitgeber für die Arbeitsstätte einen Flucht- und Rettungsplan aufzustellen, wenn Lage, Ausdehnung und Art der Nutzung der Arbeitsstätte dies erfordern. In angemessenen Zeitabständen ist entsprechend dem Plan zu üben, wie sich die Arbeitnehmer im Gefahr- oder Katastrophenfall in Sicherheit bringen oder gerettet werden können.

Erläuterungen dazu bietet die DGUV Information 205-001 (bisher: BGI 560) "Arbeitssicherheit durch vorbeugenden Brandschutz" (Internet: http://publikationen.dguv.de). An der Planung und Durchführung Evakuierungsübungen sollten der Arbeitgeber bzw. die Vorgesetzten, die Fachkräfte für Arbeitssicherheit, die Brandschutzbeauftragten und die Sicherheitsbeauftragten beteiligt sein.

Sollte der Betrieb unter die Regelungen des Bundes-Immissionsschutzgesetzes (BImSchG) fallen, sind weitergehende Anforderungen zu beachten, siehe z. B. 12. BimSchV - § 10 Alarm- und Gefahrenabwehrpläne.

Ein geeignetes Gremium zur Planung der Evakuierungsübungen wäre der Arbeitsschutzausschuss. Im mehrschichtigen Betrieb sollten die Übungen so geplant werden, dass alle Mitarbeiter in die Übungen einbezogen werden.