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Was müssen wir beachten, wenn betriebsfremde Personen (Spediteure etc.) mit unseren Staplern fahren?

KomNet Dialog 2959

Stand: 13.09.2017

Kategorie: Betriebliches Arbeitsschutzsystem > Beauftragte / Bestellte > Staplerfahrer

Dialog
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Frage:

Bei uns im Werk nutzen betriebsfremde Personen unsere Stapler (z.B. Spediteure be/entladen ihre LKWs, Fremdfirmen bauen bzw. reparieren Anlagen). Was müssen wir beachten, wenn betriebsfremde Personen mit unseren Staplern fahren?

Antwort:

Das Arbeitsschutzgesetz -ArbSchG- verpflichtet unter § 8 die Arbeitgeber zur Zusammenarbeit. Die Arbeitgeber müssen sich gegenseitig und ihre Beschäftigten über die mit den Arbeiten verbundenen Gefahren für Sicherheit und Gesundheit der Beschäftigten unterrichten und Maßnahmen zu Verhütung dieser Gefahren abstimmen. Der Arbeitgeber muss sich je nach Art der Tätigkeit vergewissern, dass die Beschäftigten anderer Arbeitgeber, die in seinem Betrieb tätig werden, hinsichtlich der Gefahren für ihre Sicherheit und Gesundheit während ihrer Tätigkeit in seinem Betrieb angemessene Anweisungen erhalten haben (§ 8 Abs. 2 ArbSchG).

Ein Arbeitgeber, der Beschäftigte (auch Fremdmitarbeiter) ein Flurförderzeug in seinem Betrieb benutzen (fahren) lässt, muss diese schriftlich beauftragen (DGUV Vorschrift 68 (bisher: BGV D 27) "Flurförderzeuge" § 7). 

"Vor Erteilung der schriftlichen Beauftragung ist sowohl eine gerätespezifische Einweisung, als auch eine Unterweisung in Bezug auf die betrieblichen Gegebenheiten erforderlich; siehe auch DGUV Grundsatz Nr: 308-001 (bisher: BGG 925) "Ausbildung und Beauftragung der Fahrer von Flurförderzeugen mit Fahrersitz und Fahrerstand". Die Beauftragung kann z.B. durch einen Fahrerausweis erfolgen und gilt immer nur für den Betrieb für den die Beauftragung erteilt wurde. Der Fahrerausweis (die Beauftragung) ist nicht auf andere Betriebe übertragbar." Hinweis: Die erforderlich Befähigung (Ausbildung in Theorie und Praxis) des Fahrers ist von der Beauftragung zu trennen.

Wer im Betrieb Gabelstapler fährt, muss hierzu vom Unternehmer (des Betriebes) schriftlich beauftragt sein. Die Beauftragung gilt nur für den Betrieb des Beauftragenden (Unternehmers). Es ist Sache des Unternehmers, sich vorher zu vergewissern, dass der Betreffende die persönlichen Voraussetzungen erfüllt, für die Tätigkeit als Gabelstaplerfahrer ausgebildet ist und sich mit dem von ihm zu führenden Gerät vertraut gemacht hat (DGUV Information 208-009 (bisher: BGI 603) "Leitfaden für den Umgang mit Gabelstaplern").