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Kann ein Arbeitgeber verpflichtet werden, an einem Bildschirmarbeitsplatz Mindestbeleuchtungsstärken einzuhalten?

KomNet Dialog 2878

Stand:

Kategorie: Gestaltung von Arbeitsplätzen > Bildschirmarbeitsplätze > Beleuchtung, Blendung

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Frage:

Meines Wissens nach muss bei Bildschirmarbeitsplätzen eine Mindestbeleuchtungsstärke von 500 Lux eingehalten werden. Kann der Arbeitgeber verpflichtet werden, bei ca. 300 Lux Maßnahmen zu ergreifen?

Antwort:

Der Arbeitgeber ist verpflichtet, Mindestbeleuchtungsstärken einzuhalten.
Bei der Beurteilung der Arbeitsbedingungen nach § 5 des Arbeitsschutzgesetzes hat der Arbeitgeber bei Bildschirmarbeitsplätzen die Sicherheits- und Gesundheitsbedingungen insbesondere hinsichtlich einer möglichen Gefährdung des Sehvermögens sowie körperlicher Probleme und psychischer Belastungen zu ermitteln und zu beurteilen. Dabei sollte er sich von der Fachkraft für Arbeitssicherheit und dem Betriebsarzt beraten lassen.
Begründung:

Im Anhang der Bildschirmarbeitsverordnung – BildscharbV wird gefordert::

"15. Die Beleuchtung muss der Art der Sehaufgabe entsprechen und an das Sehvermögen der Benutzer angepasst sein; dabei ist ein angemessener Kontrast zwischen Bildschirm und Arbeitsumgebung zu gewährleisten. Durch die Gestaltung des Bildschirmarbeitsplatzes sowie Auslegung und Anordnung der Beleuchtung sind störende Blendwirkungen, Reflexionen oder Spiegelungen auf dem Bildschirm und den sonstigen Arbeitsmitteln zu vermeiden.
16. Bildschirmarbeitsplätze sind so einzurichten, dass leuchtende oder beleuchtete Flächen keine Blendung verursachen und Reflexionen auf dem Bildschirm soweit wie möglich vermieden werden. Die Fenster müssen mit einer geeigneten verstellbaren Lichtschutzvorrichtung ausgestattet sein, durch die sich die Stärke des Tageslichteinfalls auf den Bildschirmarbeitsplatz vermindern lässt."

Ferner regelt die Arbeitsstättenverordnung - ArbStättV die grundlegenden Anforderungen an die Ausgestaltung einer Arbeitsstätte, d.h. des Gebäudes und der Räume:

§ 3a Einrichten und Betreiben von Arbeitsstätten
Abs.1:
"Der Arbeitgeber hat dafür zu sorgen, dass Arbeitsstätten so eingerichtet und betrieben werden, dass von ihnen keine Gefährdungen für die Sicherheit und die Gesundheit der Beschäftigten ausgehen. Dabei hat er den Stand der Technik und insbesondere die vom Bundesministerium für Arbeit und Soziales nach § 7 Abs. 4 bekannt gemachten Regeln und Erkenntnisse zu berücksichtigen. Bei Einhaltung der im Satz 2 genannten Regeln und Erkenntnisse ist davon auszugehen, dass die in der Verordnung gestellten Anforderungen diesbezüglich erfüllt sind. Wendet der Arbeitgeber die Regeln und Erkenntnisse nicht an, muss er durch andere Maßnahmen die gleiche Sicherheit und den gleichen Gesundheitsschutz der Beschäftigten erreichen."
 
Die entsprechende Regel ist hier die Technische Regel für Arbeitsstätten - ASR A3.4 "Beleuchtung". Im Anhang 1 der ASR A3.4 wird für Büros und ähnliche Arbeitsbereiche für die Tätigkeit "Datenverarbeitung" (Ziffer 4.2) eine Mindestbeleuchtungsstärke von 500 lx gefordert. 

Weitere Informationen können Sie der berufsgenossenschaftliche Information, BGI 650 "Bildschirm- und Büroarbeitsplätze, Leitfaden für die Gestaltung" entnehmen. Das berufsgenossenschaftliche Vorschriften- und Regelwerk und somit auch die BGI 650 finden Sie unter: http://bibliothek.arbeitssicherheit.de/  .