Inhaltsbereich
Seitentitel

KomNet-Wissensdatenbank

Reichen die Schutzmaßnahmen nach TRGS 500 für die Reinigungsarbeiten nach der Montage neuer Mineralstoffwolle aus?

KomNet Dialog 23122

Stand: 17.02.2015

Kategorie: Chemische Belastungen und Beanspruchungen > Schutzmaßnahmen beim Umgang mit Gefahrstoffen > Allgemeine Schutzmaßnahmen (5.)

Dialog
Favorit

Frage:

Man kann in verschiedenen Leitfäden zum Umgang mit neuer Mineralwolle immer wieder lesen, dass eine Reinigung mit einem Industriestaubsauger der Klasse M vorgeschrieben wird, wenn eine Nassreinigung nicht möglich ist. Im Zuge von Abbrucharbeiten macht das für mich auch Sinn. Welche Rechtsgrundlage greift aber hierbei beim Anbringen neuer Wolle? Meines Wissens nach sollten hier die Schutzmaßnahmen nach TRGS 500 ausreichen. In diesen kann ich jedoch nichts über die vorgeschriebene Nutzung des Staubsaugers bei den Reinigungsarbeiten nach der Montage von neuer Mineralwolle finden.

Antwort:

Wenn wir Sie richtig verstehen, beziehen Sie sich auf die Reinigung des Staubes, der bei der Verarbeitung „neuer“ Mineralwolle anfallen kann. Zu den neuen Mineralwollen zählen diejenigen, die nach Anhang IV Nr. 22 Gefahrstoffverordnung -GefStoffV- unbedenklich sind. Sie sind typischerweise an dem RAL-Gütezeichen zu erkennen. Die wesentlichen Gesundheitsgefahren solcher Produkte beziehen sich zum einen auf die mechanische Reizung der Haut und zum anderen auf den Staub, der durch Abbrucharbeiten oder beim Anbringen der Wollen (z. B. durch das Zuschneiden von Dämmstoffplatten) entstehen KANN. WENN bei den Arbeiten Staub entsteht, sollte er in der von Ihnen bereits erwähnten Weise entfernt werden (Industriestaubsauger oder feuchtes Reinigen). In der TRGS 500 Abschnitt 4.4.5 (4) heißt es:

(4) Bei Reinigungsarbeiten darf Staub nicht unnötig aufgewirbelt und nicht mit Druckluft abgeblasen oder trocken gekehrt werden (Saugen mit Haushaltssaugern oder Fegen führen zur Staubaufwirbelung, Industriestaubsauger oder feuchtes Reinigen sind dagegen geeignet).

Da sich die Klasse des zu verwendeten Industriestaubsaugers durch den Arbeitsplatzgrenzwert ergibt, kommt es bei der Auswahl auf die genaue Materialzusammensetzung der Mineralwolle an. Handelt es sich nachweislich um eine unbedenkliche Mineralwolle, kann ein Industriestaubsauger der Klasse L ausreichend sein. Wichtig für die Festlegung der Schutzmaßnahmen ist in erster Linie die Art der Fasern, die frei werden können, sowie Art und Umfang der Tätigkeiten. Es muss in jedem Fall eine Gefährdungsbeurteilung durchgeführt werden und die genaue Identität der Mineralwolle abgeklärt werden. Besonders empfehlenswert ist an dieser Stelle die Handlungsanleitung der DGUV Information 213-031 (bisher: BGI/GUV-I 8593).