Inhaltsbereich
Seitentitel

KomNet-Wissensdatenbank

Muss man zur Bedienung von Freischneidern in der Grünpflege einen Lehrgang besuchen?

KomNet Dialog 21409

Stand: 23.06.2014

Kategorie: Sichere Anlagen / Sicherer Betrieb > Benutzung von Arbeitsmitteln und Einrichtungen > Sichere Benutzung der Arbeitsmittel

Dialog
Favorit

Frage:

Muss man zur Bedienung von Freischneidern in der Grünpflege einen Lehrgang besuchen, wenn man eine Ausbildung als Landwirt oder Gärtner hat?

Antwort:

Gemäß § 5 Arbeitsschutzgesetz - ArbSchG - in Verbindung mit § 3 der Betriebssicherheitsverordnung - BetrSichV - ist der Arbeitgeber verpflichtet, eine Gefährdungsbeurteilung, hier speziell für die Arbeiten mit Freischneidern, zu erstellen. Hierbei hat der Arbeitgeber mögliche Gefährdungen zu ermitteln, Maßnahmen zur Gefahrenabwehr bzw. Gefahrenminderung "eigenverantwortlich" festzulegen und diese umzusetzen. Hierzu gehört auch, die ausreichende Qualifikation und Unterweisung der Beschäftigten zu überprüfen bzw. festzulegen (s. § 5 Abs.3 Nr.5 ArbSchG).

Bei der Erstellung der Gefährdungsbeurteilung sind die allgemein anerkannten technischen Regeln wie die Technischen Regeln für Betriebssicherheit - TRBS, das berufsgenossenschaftlichen Vorschriften und Regelwerk (http://publikationen.dguv.de), hier speziell die DGUV-Regel 114-017 "Gärtnerische Arbeiten" (bisher: GUV-R 2109) sowie Herstellerinformationen einzubeziehen.

Auf das Arbeiten mit Freischneidegeräten wird unter Nr. 3.2.3.1 "Mäharbeiten" der DGUV-Regel 114-017 eingegangen. Ein spezieller Lehrgang wird hier nicht gefordert.

Fazit:

Ein spezieller Lehrgang zur Bedienung von Freischneidern wird im arbeitsschutzrechtlichen Vorschriften- und Regelwerk nicht gefordert. Der Arbeitgeber kann aber im Rahmen der Gefährdungsbeurteilung zu dem Ergebnis kommen, dass seine Arbeitnehmer einen solchen Kurs besuchen sollen.