Inhaltsbereich
Seitentitel

KomNet-Wissensdatenbank

Abstände von Not-Aus-Betätigungseinrichtungen

KomNet Dialog 1702

Stand: 08.05.2013

Kategorie: Sichere Produkte > Beschaffenheit von Arbeitsmitteln / Einrichtungen > Beschaffenheit von Sicherheitseinrichtungen

Dialog
Favorit

Frage:

Wie weit darf eine Not-Aus-Betätigungseinrichtung, insbesondere Not-Aus-Taster bei verketteten Maschinen, von einem Bedienstand entfernt sein? Wie groß darf der Abstand zwischen Not-Aus-Tastern bei verketteten Maschinen maximal sein?

Antwort:

Die Not-Aus-Stellteile müssen schnell und einfach erreichbar sein, so dass ein Abschalten der gefahrbringenden Bewegung oder anderer Gefährdungen jederzeit leicht möglich ist. Somit muss jeder Bedienstand über ein Not-Aus-Stellteil verfügen. Zusätzliche Stellteile sind an weiteren Arbeitsplätzen der Anlage, z.B. an Kontroll-, Beobachtungs- oder Sortierstellen vorzusehen.

Im Anhang 1 zur Betriebssicherheitsverordnung wird zum Vorhandensein von Not-Aus-Einrichtungen unter Nr. 2.4 ausgeführt: "Kraftbetriebene Arbeitsmittel müssen mit mindestens einer Notbefehlseinrichtung versehen sein, mit der gefahrbringende Bewegungen oder Prozesse möglichst schnell stillgesetzt werden, ohne zusätzliche Gefährdungen zu erzeugen. Ihre Stellteile müssen schnell, leicht und gefahrlos erreichbar und auffällig gekennzeichnet sein."

Weiterhin beschreibt Anhang 1 der Maschinenrichtlinie grundlegende Sicherheits- und Gesundheitsschutzanforderungen für Konstruktion und Bau von Maschinen. Unter Ziffer 1.2.4.3 werden Angaben zu "Not-Halt-Befehlsgeräten" gemacht.

Im EU - Leitfaden für die Anwendung der Maschinen-Richtlinie wird bezüglich der Anzahl und Lage von Not-Halt-Befehlsgeräten ausgeführt:
"An Maschinen, bei denen die Gefahrenbereiche sich über längere Distanzen erstrecken, beispielsweise an Durchlaufmaschinen wie Förderbändern, können die NOT-HALT-Befehlsgeräte durch Drähte oder Seile betätigt werden.
Da die NOT-HALT-Befehlsgeräte schnell zugänglich sein müssen, müssen Größe und Konfiguration der Maschine, die Zahl der Bediener, die Lage der Gefahrenbereiche und die Lage der Arbeitsplätze und der Wartungsstellen bei der Entscheidung über Anzahl und Anordnung der einzubauenden Geräte berücksichtigt werden. Insbesondere ist gegebenenfalls der Einbau von NOTHALT-Befehlsgeräten in Gefahrenbereichen notwendig, die vom Bediener beim Ingangsetzen der Maschine nicht eingesehen werden können, oder in Maschinenbereichen, in denen möglicherweise Menschen eingeschlossen werden; damit soll erreicht werden, dass jegliche gefährdete Person ein Ingangsetzen verhindern kann, wenn sie den Gefahrenbereich nicht rechtzeitig verlassen kann.
"

Definierte Maximalabstände für Not-Aus-Einrichtungen gibt z.B. die DIN EN 619 „Sicherheits- und EMV-Anforderungen an mechanische Fördereinrichtungen für Stückgut “ vor: Hier sind Not-Aus-Schalter vorzusehen, die im Abstand von 10 m von direkt zugänglichen Punkten des Steigförderers erreichbar sein müssen. Weitere Details finden sich in der Norm.

Grundlage für die Auswahl und die Anordnung (Abstände) der Stellteile kann auch die nach dem Arbeitsschutzgesetz durchzuführende tätigkeitsbezogene Gefährdungsbeurteilung sein.