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KomNet-Wissensdatenbank

Gibt es für den Transport einzelner Druckgaspackungen mit UN 1950 Freistellungsgrenzen?

KomNet Dialog 16230

Stand: 15.05.2012

Kategorie: Sicherer Transport > Beförderung gefährlicher Güter > Gefahrguttransport

Dialog
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Frage:

Ist der Transport einzelner Druckgaspackungen mit UN 1950 (z.B. Transport einer Dose Sprühlack vom Baumarkt zur Firma) bereits ein Gefahrguttransport gemäß ADR oder gibt es diesbezüglich Freistellungen?

Antwort:

Für den Transport einzelner Druckgaspackungen können die Freistellungen nach Kapitel 1.1.3.1 Freistellungen in Zusammenhang mit der Art der Beförderungsdurchführung Buchstabe c) des ADR in Anspruch genommen werden.

Beförderungen, die von Unternehmen in Verbindung mit ihrer Haupttätigkeit durchgeführt werden, wie Lieferungen für oder Rücklieferungen von Baustellen im Hoch- und Tiefbau, oder im Zusammenhang mit Messungen, Reparatur- und Wartungsarbeiten in Mengen, die 450 Liter je Verpackung und die Höchstmengen gemäß Unterabschnitt 1.1.3.6 nicht überschreiten. Es sind Maßnahmen zu treffen, die unter normalen Beförderungsbedingungen ein Freiwerden des Inhalts verhindern. Diese Freistellungen gelten nicht für die Klasse 7. Beförderungen, die von solchen Unternehmen zu ihrer internen oder externen Versorgung durchgeführt werden, fallen jedoch nicht unter diese Ausnahmeregelung;

Dies wird in der Richtlinien zur Durchführung der GGVSEB - RSEB näher erläutert.

1-4 Unter die Regelungen des Unterabschnitts 1.1.3.1 Buchstabe c in Verbindung mit der Anlage 2 Nr. 2.1 Buchstabe c der GGVSEB fallen u. a.:

1-4.1 (S) Beförderungen gefährlicher Güter im Straßenverkehr in:
– Werkstattfahrzeugen,
– Fahrzeugen mit Reservemengen von Stoffen für Straßenmarkierungsgeräte.

1-5.1 Beförderungen zum Zwecke der internen oder externen Verteilung/Versorgung eines Unternehmens fallen nicht unter die Freistellungsregelung des Unterabschnitts 1.1.3.1 Buchstabe c. Dies betrifft u. a. Beförderungen von einer Produktionsanlage zu einer anderen innerhalb eines Unternehmens, jedoch außerhalb des Betriebsgeländes. Freigestellt sind jedoch Beförderungen zum direkten Verbrauch wie z. B.

– Farbe im Fahrzeug eines Malers,
– Sauerstoff- oder Acetylenflaschen im Fahrzeug eines Schweißers,
– Kraftstoff für die Befüllung von Rasenmähern im Fahrzeug eines städtischen Arbeiters oder in einem Schienenkraftwagen,
– Kraftstoff für die Befüllung von Arbeitsgeräten oder
– Mittel zur Schädlingsbekämpfung durch Landwirte für die eigene Verwendung,
sofern die jeweilige Beförderung z. B. zu oder von einem Kunden bzw. Einsatzort erfolgt.

Weitere Informationen finden sich in der Broschüre des Ministerium für Wirtschaft, Verkehr, Landwirtschaft und Weinbau des Landes Rheinland-Pfalzes (http://www.mwvlw.rlp.de [pdf]).