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KomNet-Wissensdatenbank

Darf ein Kopierer in einem geschlossenen Raum stehen?

KomNet Dialog 15342

Stand: 19.10.2015

Kategorie: Gestaltung von Arbeitsplätzen > Raumklima, Lüftung > Lüftung, Lüftungsanlagen

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Frage:

Ist es in Ordnung, wenn ein Kopierer in einem geschlossenen Raum steht? Dieser Raum erfüllt noch weitere Funktionen: Zubereitung von Tee und Kaffee, Lagerung von Lebensmitteln für den Eigenbedarf sowie Einsortieren von Post in Brieffächern und dem Abholen der Post. Der Raum hat eine Abmessung von 4 x 1,5 m, ist ca. 2,50 m hoch, besitzt zwei stets geschlossen Brandschutztüren, verfügt weder über Fenster noch über eine raumlufttechnische Anlage. Die Aufenthaltsdauer der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter beträgt maximal 5 Minuten. Bei längeren Kopiervorgängen wird der Raum auch schon mal verlassen – das Gerät läuft dann weiter. Es befinden sich maximal bis zu drei Personen im Raum, z.B. bei gleichzeitigem Kopieren und Post abholen. Darf ein Kopierer grundsätzlich auch in einem Raum stehen, der unbelüftet ist?

Antwort:

Die Definition eines Arbeitsplatzes ergibt sich aus  § 2 Abs. 2 Arbeitsstättenverordnung - ArbStättV  i.V.m. der LASI-Leitlinie - LV 40 "Leitlinien zur Arbeitsstättenverordnung" Abschnitt C2:

Danach liegen Arbeitsplätze im Sinne der Definition dann vor, wenn sich Beschäftigte zur Verrichtung ihrer Arbeitsaufgabe in abgrenzbaren Bereichen einer Arbeitstätte entweder
• mindestens zwei Stunden täglich oder
• an mindestens 30 Arbeitstagen im Jahr
aufhalten müssen.

Hierbei ist es unerheblich, ob die Arbeitsaufgabe durchgehend durch einen Beschäftigten erledigt wird oder mehrere Beschäftigte nacheinander diesen Bereich zur Verrichtung ihrer Arbeitaufgabe aufsuchen müssen.

Die meisten Forderungen der ArbStättV beziehen sich aber auf die Arbeitsstätte insgesamt und nicht auf den Arbeitsplatz. Das bedeutet, dass die meisten Forderungen auch in Bereichen umgesetzt werden müssen, in denen sich Beschäftigte nicht ständig aufhalten. So sind z.B. die Forderungen nach Fluchtwegen und Verkehrswegen, Beleuchtung, Sanitärräumen usw. unabhängig von der Nutzungsdauer. 

Bezüglich der Belüftung von Arbeitsräumen gilt die grundsätzliche Forderung, dass in umschlossenen Arbeitsräumen unter Berücksichtigung der Arbeitsverfahren, der körperlichen Beanspruchung und der Anzahl der Beschäftigten sowie der sonstigen anwesenden Personen ausreichend gesundheitlich zuträgliche Atemluft vorhanden sein muss. (ArbStättV, Anhang Ziffer 3.6 Lüftung).

Es ist dann auf der Grundlage der Gefährdungsbeurteilung zu klären, in welchem Umfang die Regelungen der Technischen Regel für Arbeitsstätten - ASR  A3.6  "Lüftung" in der beschriebenen Situation anzuwenden sind.

Auch auf das Betreiben eines Kopierers in einem Raum ohne separate Lüftung und anderer Nutzung sind die v.g. Ausführungen anzuwenden. Auch hier kann nur auf der Grundlage der vom Arbeitgeber mit Unterstützung des Betriebsarztes und der Fachkraft für Arbeitssicherheit zu erstellenden Gefährdungsbeurteilung geklärt werden, welche Gefährdungnen und Belastungen in einem solchen Raum bestehen und welche Maßnahmen zu treffen sind.