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Welche Lärmgrenzwerte gelten aktuell für Pausenzonen in Fertigungsbereichen?

KomNet Dialog 14075

Stand: 19.06.2012

Kategorie: Physikalische Belastungen und Beanspruchungen > Lärm > Lärmmessungen, Grenzwerte

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Frage:

Welche Lärmgrenzwerte gelten aktuell für Pausenzonen un Fertigungsbereichen? Früher waren es einmal 55 db(A)

Antwort:

Für die Beurteilung von Lärmgefährdungen und Lärmbelastungen am Arbeitsplatz sind die Verordnung über Arbeitsstätten (Arbeitsstättenverordnung - ArbStättV) und die Verordnung zum Schutz der Beschäftigten vor Gefährdungen durch Lärm und Vibrationen (Lärm- und Vibrations-Arbeitsschutzverordnung - LärmVibrationsArbSchV) heranzuziehen.

Grenzwerte für eine tatsächliche oder mögliche Gefährdung der Gesundheit und Sicherheit von Beschäftigten durch Lärmeinwirkung werden in der LärmVibrationsArbSchV genannt. Die Unteren Auslösewerte in Bezug auf den Tages-Lärmexpositionspegel und den Spitzenschalldruckpegel betragen für LEX,8h = 80 dB(A) und für LpC,peak = 135 dB(C). Die Oberen Auslösewerte betragen für LEX,8h = 85 dB(A) und für LpC,peak = 137 .

Wie bei allen Maßnahmen des Arbeitsschutzes, steht auch bei der LärmVibrationsArbSchV die Gefährdungsbeurteilung im Vordergrund. Die Gefährdungsbeurteilung muss durch fachkundige Personen durchgeführt werden (§ 5 LärmVibrationsArbSchV).
In den technischen Regeln zur Lärm- und Vibrations-Arbeitsschutzverordnung - TRLV (www.baua.de/TRLV) werden wiederum konkretisierende Erläuterungen zur Verordnung, zur Gefährdungsbeurteilung und zu den Lärmschutzmaßnahmen, z.B. in der TRLV - Lärm Teil 3: "Lärmschutzmaßnahmen", gegeben. 

Neben dem eindeutig gesundheitsgefährdenden Lärm gibt es noch einen Grenzbereich des belastenden oder belästigenden Lärms am Arbeitsplatz, der aber nach den arbeitswissenschaftlichen Erkenntnissen ebenfalls negative Auswirkungen auf die Gesundheit der Beschäftigten haben kann.
Für diesen Bereich war in der alten  - vor August 2004 geltenden - Arbeitsstättenverordnung u.a. für Pausenräume der Beurteilungspegel auf höchstens 55 dB(A) begrenzt.
Diese Begrenzung ist in die ab August 2004 geltende Arbeitsstättenverordnung nicht übernommen worden.

Die aktuelle Arbeitsstättenverordnung trifft die grundsätzliche Regelung, dass in Arbeitsstätten der Schalldruckpegel so niedrig zu halten ist, wie es nach der Art des Betriebes möglich ist. Der Schalldruckpegel am Arbeitsplatz in Arbeitsräumen ist in Abhängigkeit von der Nutzung und den zu verrichtenden Tätigkeiten so weit zu reduzieren, dass keine Beeinträchtigungen der Gesundheit der Beschäftigten entstehen (Ziffer 3.7 Anhang zur ArbStättV).

Die VDI-Richtlinie 2058 Blatt 3 "Beurteilung von Lärm am Arbeitsplatz unter Berücksichtigung unterschiedlicher Tätigkeiten" und die  DIN EN ISO 11690-1 www.beuth.de nennen anzustrebende Werte für den LpAeq entsprechend der Art der Tätigkeit oder des Raumes.
Danach soll in Pausenräumen ein LpAeq von 35 ... 45 dB(A) angestrebt werden. Für Pausenzonen in Fertigungsbereichen wird kein Richtwert genannt. Allerdings sollte im Rahmen des Minimeriungsgebotes der Richtwert für Pausenräume auch als Richtwert für Pausenzonen angesetzt werden. Auf die entsprechenden Informationen unter www.gefaehrdungsbeurteilung.de/de/gefaehrdungsfaktoren/physikalische_einwirkungen/laerm weisen wir hin.

Bei der Ermittlung und Beurteilung der Lärmexposition ist immer eine sorgfältige Analyse von Art, Ausmaß und Dauer der Lärmbelastung durchzuführen. Dabei soll sich der Arbeitgeber von der Fachkraft für Arbeitssicherheit und dem Betriebsarzt beraten und unterstützen lassen. Auf die diesbezüglichen Informationen unterwww.baua.de und www.bghm.de/ weisen wir ebenfalls hin.

Ein geeignetes Forum, Probleme des Arbeitsschutzes anzusprechen, ist der Arbeitsschutzausschuss. Die Arbeitnehmer können gegenüber den Mitgliedern des Arbeitsschutzauschusses (Arbeitgebervertreter, Betriebsrat, Betriebsarzt, Sicherheitsfachkraft, Sicherheitsbeaufragte) anregen, das Thema im Arbeitsschutzausschuss zu erörtern und das Ergebnis nachfragen.