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Was ist zu beachten, wenn Elektroschweißarbeiten an einer Stahlkonstruktion von einer Leiter aus durchgeführt werden sollen?

KomNet Dialog 13898

Stand: 15.06.2012

Kategorie: Gestaltung von Arbeitsplätzen > Arbeitsplatz- und Arbeitsstättenbeschaffenheit > Absturzsicherungen, Geländer

Dialog
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Frage:

Es sollen Elektroschweißarbeiten an einer Stahlkonstruktion (Höhe 3 m) von einer Leiter aus durchgeführt werden. Ist eine besondere Leiter (Alupodestleiter ist vorhanden) zu verwenden? Sind ggf. andere Schutzmaßnahmen erforderlich?

Antwort:

Grundsätzliche Anforderungen bezüglich der Nutzung von Leitern ergeben sich aus der Betriebssicherheitsverordnung - BetrSichV. Die BetrSichV fordert in Abschnitt 5.1.4 des Anhangs 2:

Die Benutzung einer Leiter als hochgelegener Arbeitsplatz ist auf Umstände zu beschränken, unter denen die Benutzung anderer, sichererer Arbeitsmittel wegen der geringen Gefährdung und wegen der geringen Dauer der Benutzung oder der vorhandenen baulichen Gegebenheiten, die der Arbeitgeber nicht ändern kann, nicht gerechtfertigt ist.

Unter Abschnitt 5.3 des Anhangs 2 BetrSichV "Besondere Vorschriften für die Benutzung von Leitern" wird zudem ausgeführt: 

5.3.1 Der Arbeitgeber darf Beschäftigten nur solche Leitern zur Verfügung stellen, die nach ihrer Bauart für die jeweils auszuführende Arbeit geeignet sind. Der Arbeitgeber hat dafür zu sorgen, dass Leitern wiederkehrend auf ihren ordnungsgemäßen Zustand überprüft werden.

5.3.2 Leitern müssen während der Benutzung standsicher und sicher begehbar aufgestellt sein. Leitern müssen zusätzlich gegen Umstürzen gesichert werden, wenn die Art der auszuführenden Arbeit dies erfordert. Tragbare Leitern müssen so auf einem tragfähigen, unbeweglichen und angemessen dimensionierten Untergrund stehen, dass die Stufen in horizontaler Stellung bleiben. Hängeleitern sind gegen unbeabsichtigtes Aushängen zu sichern. Sie müssen sicher und - mit Ausnahme von Strickleitern - so befestigt sein, dass sie nicht verrutschen oder in eine Pendelbewegung geraten können.

5.3.3 Das Verrutschen der Leiterfüße von tragbaren Leitern ist während der Benutzung dieser Leitern entweder durch Fixierung des oberen oder unteren Teils der Holme, durch eine Gleitschutzvorrichtung oder durch eine andere, gleichwertige Lösung zu verhindern. Leitern, die als Aufstieg benutzt werden, müssen so beschaffen sein, dass sie weit genug über die Austrittsstelle hinausragen, sofern nicht andere Vorrichtungen ein sicheres Festhalten erlauben. Aus mehreren Teilen bestehende Steckleitern oder Schiebeleitern sind so zu verwenden, dass die Leiterteile unbeweglich miteinander verbunden bleiben. Fahrbare Leitern sind vor ihrer Benutzung sicher zu arretieren.

5.3.4 Leitern sind so zu verwenden, dass die Beschäftigten jederzeit sicher stehen und sich sicher festhalten können. Wenn auf einer Leiter eine Last getragen werden muss, darf dies ein sicheres Festhalten nicht verhindern.


Bevor der Arbeitgeber eine Leiter als Arbeitsplatz zu hochgelegenen Arbeitsplätzen bereitstellen und benutzen will, hat der Arbeitgeber im Rahmen der Gefährdungsbeurteilung zu ermitteln, ob nicht ein anderes Arbeitsmittel für diese Tätigkeit sicherer ist.

Bei der Beurteilung, ob es sich um kurzzeitige Arbeiten geringen Umfangs und mit geringer Gefährdung handelt, ist neben der Dauer und dem Schwierigkeitsgrad der Arbeit sowie dem einzusetzenden körperlichen Aufwand auch der Umfang des auf der Leiter mitzuführenden Werkzeugs und Materials zu berücksichtigen.

Erläuternde Beispiele sind der BGI 694"Handlungsanleitung für den Umgang mit Leitern und Tritten", http://publikationen.dguv.de  zu entnehmen

Bezüglich der eigentlichen Schweißarbeiten sind entsprechende Anforderungen in der BGR 500, Kapitel 2.26 "Schweißen, Schneiden und verwandte Verfahren" (Inhalte aus vorheriger VBG 15) genannt.
Maßnahmen zum Schutz gegen elektrische Gefährdung des Lichtbogenschweißers sind wiederum der BGI 553 "Lichtbogenschweißer" zu entnehmen.
Hinsichtlich elektrischer Gefährdung werden beim Schweißen an Leitern besondere Anforderungen nicht gestellt.

Die v.g. Regelwerke sind in die Gefährdungsbeurteilung mit einzubeziehen.