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KomNet-Wissensdatenbank

Was sind brandgefährdete Räumen im Sinne der ASR A2.3?

KomNet Dialog 13195

Stand: 08.03.2011

Kategorie: Gestaltung von Arbeitsplätzen > Arbeitsplatz- und Arbeitsstättenbeschaffenheit > Verlauf, Abmessung und Anzahl von Fluchtwegen

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Frage:

In der ASR A2.3 Seite ist bezüglich der Fluchtweglänge von "brandgefährdeten Räumen" die Rede. Was ist mit "brandgefährdeten Räumen" genau gemeint? Wo finde ich hierzu eine verbindliche Angabe? Diese wird im Rahmen von Umbaumassnahmen/Gefährdungsbeurteilung/Bauantrag benötigt. Es soll die Halle einer Behindertenwerkstatt umgebaut werden. Dort befindet sich ene Schreinerei, Verpackung, Betreuungsbereich mit Rollstuhlfahrern. Ca. 2.000 m² Grundfläche.

Antwort:

Als brandgefährdet gelten Räume, in denen entzündliche oder brandfördernde Stoffe hergestellt oder verarbeitet werden. Auch Räume zur Aufbewahrung oder Lagerung derartiger Stoffe sind als brandgefährdet anzusehen.

Zu den entzündlichen oder brandgefährdeten Stoffen zählen Katonagen oder andere Brandlasten nicht. Hier ist 
Abschnitt 9.2 der TRGS 510 relevant: "Brennbare Materialien, die keine Lagergüter sind und die ihrer Art und Menge nach geeignet sind, zur schnellen Entstehung oder Ausbreitung von Bränden beizutragen, wie z.B. Verpackungen, Füllstoffe, Paletten, Sägemehl, dürfen im Lager nicht gelagert werden."

Weiter ist Abschnitt 7.2 - Erläuterung Nr. 5 zur Zusammenlagerungstabelle 2 - der TRGS 510 zu beachten: Danach "dürfen Materialien, die ihrer Art und Menge nach geeignet sind, zur Entstehung oder schnellen Ausbreitung von Bränden beizutragen, wie z. B. Papier, Textilien, Holz, Holzwolle, Heu, Stroh, Kartonagen, brennbare Verpackungsfüllstoffe, im Lagerabschnitt nicht gelagert werden, sofern sie nicht zur Lagerung und dem Transport eine Einheit mit den ortsbeweglichen Behältern bilden."

Hinweis: Stoffe und Zubereitungen gelten als brandfördernd, wenn sie nach dem Gefahrstoffrecht oder den transportrechtlichen Vorschriften über die Beförderung gefährlicher Güter als brandfördernd zu kennzeichnen sind (TRGS 510; www.baua.de/TRGS/)

Im Sinne der Arbeitsstätten-Regel ASR A 2.3 "Fluchtwege, Notausgänge, Flucht- und Rettungsplan" (www.baua.de/ASR/) ist im Gefahrenfall das sichere Verlassen der Arbeitsstätte zu gewährleisten. Dabei ist das Gefahrenpotenzial bzw. der Gefahrenfall bei "brandgefährdeten Bereichen" höher einzustufen als bei sonstigen Bereichen. In diesem Zusammenhang muss der Arbeitgeber im Rahmen seiner Gefährdungsbeurteilung alle Stoffe in diesem Bereich bewerten und festlegen ob diese zu einer höheren Gefahr für die Flüchtenden im Brandfall führen oder nicht.