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KomNet-Wissensdatenbank

Ab wann spricht man von Zugluftbelastung am einem Arbeitsplatz?

KomNet Dialog 12649

Stand: 10.06.2016

Kategorie: Gestaltung von Arbeitsplätzen > Raumklima, Lüftung > Lüftung, Lüftungsanlagen

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Frage:

Ab wann spricht man von Zugluftbelastung am einem Arbeitsplatz? Spielt dabei die Zeit eine Rolle?

Antwort:

Gemäß der Technischen Regel für Arbeitsstätten (ASR) A3.6 - Lüftung,  Ziffer 6 - Raumlufttechnische Anlagen, insbes. Ziff. 6.5. "Raumluftgeschwindigkeit", sind die lüftungstechnischen Anlagen so auszulegen, dass an den Arbeitsplätzen keine unzumutbare Zugluft auftritt.
"Zugluft ist vorwiegend von der Lufttemperatur, der Luftgeschwindigkeit, dem Turbulenzgrad und der Art der Tätigkeit (d. h. Wärmeerzeugung durch körperliche Arbeit) abhängig. Bei einer Lufttemperatur von +20 °C, einem Turbulenzgrad von 40 % und einer mittleren Luftgeschwindigkeit unter 0,15 m/s tritt bei leichter Arbeitsschwere üblicherweise keine unzumutbare Zugluft auf. Bei größerer körperlicher Aktivität, anderen Lufttemperaturen oder anderen Turbulenzgraden kann der Wert für die mittlere Luftgeschwindigkeit abweichen und ist im Rahmen der Gefährdungsbeurteilung zu bewerten."

Die ASR A3.6 sieht den Faktor "Zeit" nicht als Parameter für Zugluft vor. Da der menschliche Körper erfahrungsgemäß sehr empfindlich auf Zugluft reagiert und bereits sehr kurzzeitiger Aufenthalt in Zugluft zu Krankheitssymptomen führen kann (Verspannung der Hals-/Nackenmuskulatur, Erkältung), sollte Zugluft an Arbeitsplätzen tunlichst vermieden und spätestens bei entsprechenden Hinweisen umgehend Maßnahmen zur Vermeidung von Zugluft gemäß § 3a Arbeitsstättenverordnung (ArbStättV) ergriffen werden.
 
Bei der Bewertung der Situation und den erforderlichen Maßnahmen (Gefährdungsbeurteilung gemäß § 3 ArbStättV)  sollte der Betriebsarzt beteiligt werden.