Inhaltsbereich
Seitentitel

KomNet-Wissensdatenbank

Welche Unterlagen müssen vorliegen, wenn die Arbeitsschutzbehörde bei Filmproduktionen vor Ort Arbeitszeitkontrollen durchführt?

KomNet Dialog 11641

Stand: 20.06.2012

Kategorie: Arbeitszeit, Arbeitsbedingungen > Arbeitszeitberatung und -gestaltung > Rechts- und Auslegungsfragen, Sonstiges (8.1.8)

Dialog
Favorit

Frage:

Wenn das Amt für Arbeitsschutz vor Ort Filmproduktionen aufsucht, welche Unterlagen müssen vorliegen und werden eingesehen. Wie müssen die Nachweise der Stunden für die Arbeitnehmer aussehen? Langt es, wenn jeder Arbeitnehmer Wochenzettel mit Anfang und Ende der Arbeitszeit führt? Oder müssen die Arbeitszeiten in eine Liste übertragen werden, in der alle Arbeitnehmer erfasst sind? Gibt es dafür einen Vordruck oder Arbeitsanleitung vom Amt für Arbeitsschutz? Gibt es eine bestimmte Verordnung für die Filmproduktionen?

Antwort:

Arbeitschutzrechtliche Regelungen zur Arbeitszeit sind im Arbeitszeitgesetz-ArbZG getroffen.
Das Arbeitszeitgesetz verpflichtet den Arbeitgeber, die über die werktägliche Arbeitszeit des § 3 Satz 1 ArbZG hinausgehende Arbeitszeit der Arbeitnehmer aufzuzeichnen (mehr als 8 Stunden werktägliche Arbeitszeit, jede Tätigkeit an Sonn- oder Feiertagen). ...
Die Nachweise sind mindestens zwei Jahre aufzubewahren.
Die Nachweise sind an keine besondere Form gebunden, allerdings müssen den Aufzeichnungen die konkreten werktäglichen Arbeitszeiten der Beschäftigten zu entnehmen sein. Sogenannte Zeitsummenzähler sind als Nachweis unzulässig.
Auch kann der Arbeitgeber die Führung der Arbeitszeitnachweise den Arbeitnehmern übertragen, sofern er bzw. die von ihm bestellte verantwortliche Person durch gelegentliche , stichprobenartige Kontrollen die Einhaltung der Verpflichtung sicherstellt.
Verstöße gegen Aufzeichnungspflichten gehen grundsätzlich zu Lasten des Arbeitgebers (Ordnungswidrigkeit gemäß § 22 Abs. 1 Ziffer 9 ArbZG).

Die Regelungen des ArbZG gelten auch für Arbeitgeber bei Filmproduktionen. Weitere Informationen sind dem Internetangebot der Arbeitsschutzverwaltung NRW unter http://www.arbeitsschutz.nrw.de/Themenfelder/arbeitszeit/index.php zu entnehmen.
Zuständige Aufsichtsbehörde sind in NRW die Arbeitsschutzdezernate der Bezirksregierungen, für den in der Frage genannten Postleitzahlenbereich die Bezirksregierung Köln, Dezernat 56, www.bezreg-koeln.nrw.de/brk_internet/organisation/abteilung05/dezernat_56/arbeitszeit/index.html . Dort erhalten Sie bei Bedarf auch nähere Informationen bezüglich der Anforderungen an Arbeitszeitaufzeichnungen bei Filmproduktionen.