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KomNet-Wissensdatenbank

Welche Arbeitsschutzmaßnahmen sind in einer Elektronikwerkstatt für das Löten notwendig?

KomNet Dialog 10145

Stand: 11.10.2018

Kategorie: Chemische Belastungen und Beanspruchungen > Schutzmaßnahmen beim Umgang mit Gefahrstoffen > Allgemeine Schutzmaßnahmen (5.)

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Frage:

Es geht um Arbeitsplätze, an denen zu Reparaturzwecken an Elektronikbauteilen, Kabeln und Platinen gelötet wird. Die Arbeitszeit des Lötens beträgt im Schnitt 5 % - also täglich ca. 30 Minuten, verteilt auf mehrere Zeitpunkte. Es wird ausschließlich mit bleihaltigem Weichlot und Lötkolben bei Löttemperaturen unter 450 °C gearbeitet. Welche Arbeitsschutzmaßnahmen sind in einer solchen Elektronikwerkstatt für das Löten notwendig? Sind Absaugeinrichtungen an den Arbeitsplätzen mit Abluftführung nach außen zwingend vorgeschrieben? Vorhanden sind Ventilatoren, die die Lötrauche wegblasen. Welche Maßnahmen der persönlichen Hygiene sind zwingend einzuhalten? Sind Messungen oder Biomonitoring bei diesem Zeitanteil des Lötens für die Gefährdungsbeurteilung notwendig?

Antwort:

Erläuterungen über die beim Weichlöten zu treffenden Maßnahmen sind der DGUV Information 213-714 "Manuelles Kolbenlöten mit bleihaltigen Lotlegierungen in der Elektro- und Elektronikindustrie" zu entnehmen. Unter Punkt 6.2 wird folgendes ausgeführt:


"Lötrauche sind an der Entstehungsstelle abzusaugen. Dazu dienen separate (z. B. Trichter, Hauben) oder an der Spitze des Lötkolbens integrierte Erfassungseinrichtungen. Die Absauganlagen sind als Einzelplatz-, Gruppen- oder Zentralabsaugung ausgeführt. Die abgesaugte Luft ist in Abscheidern zu reinigen und in den Arbeitsraum zurück- oder nach außen abzuführen.


Hinweise zu Schutzmaßnahmen geben die DGUV Regel 109-002 „Arbeitsplatzlüftung – Lufttechnische Maßnahmen“ (bisher BGR 121) [23], die Richtlinie VDI 2262 Blatt 3 und 4 „Luftbeschaffenheit am Arbeitsplatz, Minderung der Exposition durch luftfremde Stoffe“ [24; 25] und der Untersuchungsbericht „Lötrauchemissionen beim Einsatz von Absauggeräten – Weichlöten“ [26].

Darüber hinaus sind grundsätzlich die Vorgaben der TRGS 505 „Blei“ zu beachten.


Oft werden so genannte Lötrauchadsorber eingesetzt. Hierbei handelt es sich um Tischgeräte, die so nah wie möglich an die Lötstelle bzw. an den Lötprozess herangeführt werden. Die Lötrauche werden durch einen Ventilator angesaugt und in einem Partikelfilter und Aktivkohlefilter abgeschieden. Lötrauchadsorber als Tischgeräte scheiden die entstehenden Lötrauche nicht ausreichend wirksam ab, so dass die Vorgaben dieser Empfehlungen nicht erfüllt werden können."

Die in der DGUV Information 213-714 genannten Maßnahmen basieren auf Messungen, die von der Berufsgenossenschaft durchgeführt wurden. Bei Einhaltung der in der DGUV Information beschriebenen Maßnahmen sind erneute Messungen nicht erforderlich, da es sich bei den Maßnahmen um ein Verfahrens- und stoffspezifisches Kriterium (VSK) nach der TRGS 420 handelt.